Jeder Kicker ein Gewinner

Sieger sind alle der 300 Schülerinnen und Schüler von Sonder- und Heilpädagogischen Schulen im Kanton St. Gallen, die auf dem Rasen alles geben. Die 30 Teams haben sich gestern auf der Sportanlage Kellen in Tübach gemessen.

Jolanda Riedener
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Ob als Fan oder als Spieler auf dem Rasen: Vollen Einsatz zeigen alle Kinder und Jugendliche beim Raiffeisen Trophy auf der Sportanlage Kellen in Tübach. (Bilder: Jolanda Riedener)

Ob als Fan oder als Spieler auf dem Rasen: Vollen Einsatz zeigen alle Kinder und Jugendliche beim Raiffeisen Trophy auf der Sportanlage Kellen in Tübach. (Bilder: Jolanda Riedener)

TÜBACH. Von weitem sind Rufe zu hören, laut werden die Fussballmannschaften von ihren Fans angefeuert. Die Freudenrufe nach einem gelungenen Tor übertönen das tiefe Raunen der gegnerischen Mannschaft über den verlorenen Punkt. Mindestens so eifrig wie die Zuschauer sind die Fussballspielerinnen und Fussballspieler, die gestern auf vier Feldern der Sportanlage Kellen um Tore kämpfen. Wie sehr sich die 30 Mannschaften am Raiffeisen Trophy, einem Fussballturnier für Sonderschulinternate und Heilpädagogische Schulen ins Zeug legen, ist spürbar. Heinz Alder, Mitorganisator des Anlasses, bestärkt: «Die Stimmung ist auch am fünften Raiffeisen Trophy einmalig.» Heinz Alder ist schulischer Heilpädagoge und organisiert auch Fussballturniere für reguläre Schulklassen.

Medaille für alle, die mitmachen

Die Fussballteams kommen aus Institutionen im Kanton St. Gallen. Aber auch vom bündnerischen Zizers oder aus Appenzell sind Mannschaften mit dabei. «Jedes Jahr nehmen mehr Teams teil», sagt Alder. Dieses Jahr sind es rund 300 Schülerinnen und Schüler. Beim Turnier zähle in erster Linie klar das Mitmachen: «Eine Medaille bekommen alle», sagt Alder. Nicht nur sichtlich Freude und Spass haben die Kinder und Jugendlichen trotz Einschränkungen und Behinderungen am Fussballspielen. Auch der Kampfgeist und die Konzentration während der 13 Spielminuten ist offensichtlich bei allen Mannschaften vorhanden. Gespielt wird in vier verschiedenen Kategorien, unterteilt nach Sonderschulen und Heilpädagogischen Schulen.

Das Internat Oberfeld in Marbach ist bereits das drittemal dabei und stellt gleich zwei Mannschaften auf, sowohl eine mit Oberstufen- als auch eine mit Mittelstufenschülern. Zweimal die Woche haben sie für das Turnier trainiert und jeweils gegeneinander gespielt, sagt Tibor Moser vom Oberfeld.

Shirts und Fahnen gebastelt

Das Team der Heilpädagogischen Schule Balm setzt sich aus Schülerinnen und Schülern von Schänis und Rapperswil zusammen. Mit der Vorbereitung sind sie es etwas lockerer angegangen. «Wir hatten ein reguläres Training sowie einen Parcours zur Vorbereitung erstellt», sagt ihr Lehrer Marc Breitschmid. Dafür haben sie gleich ihre eigene Fangruppe mitgebracht. «Die Schüler konnten sich entscheiden, ob sie lieber als Fan oder als Spieler dabei sind», sagt Breitschmid. Besonders viel Wert haben sie auf ihr Erscheinungsbild gelegt: Selbstgemachte Banner und T-Shirts haben sie mit ihrem Mannschaftsnamen «Coole Fendt-Melonen» beschriftet. Ein Name, der sich aus den Vorlieben der Schüler, Traktoren und Melonen, zusammensetzt.