Jeder Gemeinde ihr Parkkonzept

REGION. Wer in Rorschacherberg sein Auto in der Nacht auf öffentlichem Grund abstellt, muss dafür zahlen. In Rorschach und Goldach kennt man diese Gebühr nicht. Dort wirkt man dem Laternenparken mit blauen und weissen Zonen entgegen.

Linda Müntener
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An der Heidenerstrasse hat Rorschach die Erweiterte Blaue Zone eingeführt. Mit Parkkarte können Anwohner hier zeitlich unbeschränkt parkieren. (Bild: Corina Tobler)

An der Heidenerstrasse hat Rorschach die Erweiterte Blaue Zone eingeführt. Mit Parkkarte können Anwohner hier zeitlich unbeschränkt parkieren. (Bild: Corina Tobler)

Die Gemeinde Rorschacherberg bittet Laternenparker zur Kasse. Wer sein Auto regelmässig in der Nacht auf öffentlichem Grund abstellt, muss dafür eine Gebühr zahlen – sei es am Strassenrand oder in einem weissen Parkfeld. So sollen Fahrzeughalter dazu animiert werden, Park- und Tiefgaragenplätze der privaten Liegenschaften zu nutzen (Tagblatt vom 4. Februar). Laut Bundesgesetz über den Strassenverkehr kann jede Gemeinde eine solche Gebühr in ihrem Reglement festlegen. Nicht alle setzen dies aber um, wie ein Blick in die Nachbargemeinden zeigt.

Weisse Parkfelder eingezeichnet

Die Gemeinde Goldach hat sich in ihrem Reglement über Ruhe, Ordnung und Sicherheit zwar ebenfalls vorbehalten, eine Nachtparkgebühr zu erheben, hat bis anhin aber davon abgesehen. «In Quartieren, in denen Wildparker ein Problem waren, wurden weisse Parkfelder eingezeichnet», sagt Gemeinderatsschreiber Richard Falk. Denn gemäss Verkehrsregelnverordnung des Bundes dürfen am Strassenrand vor und nach Parkfeldern mindestens auf einer Länge von fünf bis sechs Personenwagen keine Fahrzeuge abgestellt werden (siehe Text rechts). Sprich: Sind auf einer kurzen Quartierstrasse einzelne weisse Parkfelder eingezeichnet, ist das Laternenparken im restlichen Bereich verboten. Kontrollen werden laut Richard Falk regelmässig durchgeführt.

Blaue Zone statt Nachtgebühr

Auch in Rorschach kennt man keine Nachtparkgebühr. Die Stadt hat diese per Anfang 2012 aufgehoben. Grund: die Einführung der Erweiterten Blauen Zone. Dort, wo Parkplätze knapp waren, wurden wie im Stadtzentrum blaue Parkplätze eingezeichnet – beispielsweise bei den öffentlichen Parkplätzen südlich der Promenadenstrasse und östlich der Heidenerstrasse sowie an der Seminarstrasse. In der Erweiterten Blauen Zone können Anwohner und Besucher ihr Auto mit einer entsprechenden Monats- beziehungsweise Tageskarte zeitlich unbeschränkt in der blauen Zone parken. Die Parkkarten kosten für Anwohner 25 Franken im Monat oder 285 Franken im Jahr. «Dieses System hat sich gut eingespielt», sagt Stadtschreiber Bruno Seelos.

Bürger wollen Zone erweitern

Trotzdem gibt es in der Hafenstadt Quartiere mit zu wenig Parkplätzen für deren Anwohner. So liegt der Stadt laut Bruno Seelos ein entsprechendes Gesuch von Anwohnern und vom Verein Wohnliches Neuquartier vor. Die blaue Zone werde voraussichtlich noch in diesem Jahr bis in ihr Quartier erweitert.

Auch Anwohner der Quellen- und Pestalozzistrasse in Goldach klagen laut Gemeinderatsschreiber Richard Falk über zu wenig Parkplätze in ihren Quartieren. Einzelne Grundeigentümer hätten bereits reagiert und auf ihren Liegenschaften mehr private Parkfelder für Mieter eingezeichnet. «Es ist aber nicht Aufgabe der Gemeinde, Parkplätze für Private zu erstellen», sagt Richard Falk.

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