Jeden Tag eine Meldung

GOSSAU. Seit bald zwei Monaten können Gossauerinnen und Gossauer der Verwaltung Mängel an der Infrastruktur mitteilen. Glatteis ist ebenfalls ein Thema.

Marlen Hämmerli
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Urs Salzmann Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau (Bild: pd)

Urs Salzmann Kommunikationsbeauftragter der Stadt Gossau (Bild: pd)

Wer in der Stadt Gossau beispielsweise eine nicht funktionierende Strassenlaterne entdeckt, kann dies der Verwaltung über einen einfachen Weg mitteilen. Möglich ist dies seit November über den «Stadtmelder», eine Funktion der Gossauer-App. «Insgesamt wurden uns bisher 40 Schäden oder Mängel gemeldet», sagt Urs Salzmann, Kommunikationsbeauftragter der Stadt. Somit halte sich der Aufwand mit etwa einer Nachricht pro Tag im erwarteten Rahmen.

Mit App Frust bei Stadt abladen

Die Meldungen treffen zentral bei der Stadtkanzlei ein. Für die Bearbeitung ist hauptsächlich Urs Salzmann zuständig. «Meine Stellvertretung oder ich prüfen, ob der gemeldete Schaden tatsächlich auf Stadtgebiet liegt, die angegebene Position auf der Karte stimmt und ob es sich um eine ernsthafte Meldung handelt», erklärt Salzmann. Zweimal sei die App bisher «für den Abbau von Frust» genutzt worden. «Scherzmeldungen sind bislang nicht eingetroffen.»

Sind die Fakten geprüft, kontaktiert Salzmann die für den Schaden zuständige Stelle. «Online halten wir den Stand der Bearbeitung aktuell und teilen mit, wer den Schaden wie beheben wird.» Falls gewünscht, erhält der Melder eine Benachrichtigung.

Mit Abstand am häufigsten wurden defekte Strassenlaternen gemeldet: 16 Nachrichten gingen ein. Diese Zahl überrascht Salzmann nicht: «Die Jahreszeit ist ideal, um solche Schäden festzustellen.» Zudem habe der Stadtrat 2014 beschlossen, nur noch defekte Glühbirnen zu ersetzen. «Bis zu dieser Sparmassnahme wechselten die Stadtwerke periodisch einfach alle Birnen aus.»

Gossauer denken mit

Überrascht habe ihn keine der Mitteilungen, sagt Salzmann. «Aber einmal meldete uns jemand Glatteis.» Aufgrund der Bearbeitungszeit von zwei Arbeitstagen sei der «Stadtmelder» dafür wenig geeignet. «Bis dann ist das Eis geschmolzen oder der Unterhaltsdienst hat die Stelle gesalzen.» Über etwas freut sich Salzmann: «Die Leute denken mit. Gerade bei defekten Strassenlaternen fotografieren sie nicht etwa die dunkle Laterne, sondern gleich deren Nummer.» Weniger erfreulich ist die Nutzung des GPS: «Dieses schalten die Leute häufig nicht ein. Uns wird dann eine standardisierte Position mitgeteilt.» Der Schaden befinde sich deshalb «auffällig oft» hinter dem Restaurant Sonne in der Ilgenstrasse. «Für uns wäre es eine Erleichterung, wenn das GPS häufiger eingeschaltet würde,» sagt Salzmann.

Einige Fragen sind noch offen

Für ein erstes Fazit sei es noch zu früh, meint der Kommunikationsbeauftragte. Ob durch die App andere Kanäle wie Telefon oder Mail abgelöst würden, sei offen. Unklar sei auch, ob nun dank der Funktion neue oder mehr Meldungen eingingen.

Die Stadt St. Gallen nutzt dieselbe App, von deren Erfahrungen profitierte die Stadt Gossau: «Wir beschlossen bewusst, in einer ersten Phase alle Meldungen zentral zu sammeln», sagt Salzmann. Das Ziel sei, erste Erfahrungen zu sammeln und wenn möglich Standardantworten zu erstellen. «Mitte nächsten Jahres wollen wir den Ablauf dezentralisieren. Je nach Kategorie soll dann automatisch die zuständige Stelle kontaktiert werden.»

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