Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

JEANSHÜSLI ST.GALLEN: Zu viel Bürokratie? - Kritik an der Stadtverwaltung wird laut

Mit dem Jeanshüsli musste ein weiterer kleiner Laden in der Altstadt schliessen. Kritik an der Stadtverwaltung wird laut. Andere nehmen die Unternehmer in die Pflicht.
Christoph Renn
Ist die Stadt für kleine Geschäfte unattraktiv? (Bild: Urs Bucher)

Ist die Stadt für kleine Geschäfte unattraktiv? (Bild: Urs Bucher)

Christoph Renn

christoph.renn@tagblatt.ch

Nach 40 Jahren hat das Jeanshüsli seine Türen geschlossen. Somit musste ein weiteres kleines Geschäft in St.Gallen dichtmachen. Inhaberin Christine Gasser hat genug von der Hauptstadt, genug von den bürokratischen Hürden. Die Verwalter seien immer kleinlicher geworden, sagt sie. Sie ist nicht die erste, die Kritik an der Stadt äussert. Doch Ralph Bleuer, Präsident Pro City, relativiert die Problematik: «Es gibt immer verschiedene Gründe, warum ein Laden schliessen muss.» Die Stadt dürfe deswegen nicht verteufelt werden.

Die Rahmenbedingungen an die heutige Zeit anpassen

Den Hauptgrund, weshalb es für kleinere Geschäfte in der Hauptstadt immer schwieriger wird, ortet Bleuer nicht in den Vorschriften, sondern im gesellschaftlichen Wandel. «So können sich einige Branchen zum Beispiel kaum mehr vor dem Online-Handel verstecken.» Mit dem Internet sei die Besucherfrequenz nun mal in der ganzen Stadt gesunken. «Diese Entwicklung hat aber nicht nur St.Gallen erlebt», sagt Bleuer. Das habe mit dem Kaufverhalten der Menschen zu tun und nicht mit der Attraktivität einer Stadt. «Diese gesellschaftlichen Veränderungen können die Behörden nicht beeinflussen.»

In einzelnen Fällen verstehe er jedoch den Frust der Unternehmer. Doch die wenigsten Läden würden wegen der bürokratischen Hürden schliessen. Trotzdem nimmt er die Stadt in die Pflicht. Denn es gebe Massnahmen und Rahmenbedingungen, die nicht mehr zeitgemäss seien. «Die Schwachpunkte müssen wir erkennen und ausmerzen», fügt er an. Jedoch immer im Rahmen des Möglichen. «Wir müssen aus dem Bestehenden das Beste herausholen.»

Ähnlich äussert sich Isabel Schorer, Leiterin der Standortförderung der Stadt. Man sei sich der Problematik für kleinere Geschäfte bewusst. «Selbstverständlich versuchen wir, diesem Wandel zu begegnen.» Mit der Initiative «Zukunft St.Galler Innenstadt» werden gemeinsam mit Pro City Lösungsansätze und Massnahmen erarbeitet. «Jedoch ist die Anpassung der Rahmenbedingungen nur ein Baustein von vielen.» Andere Faktoren, wie den Strukturwandel, könnten die Stadt und der Kanton nicht beeinflussen. «Es sind neue, innovative Ideen auch seitens der Unternehmer gefragt.»

Es gibt klare Gesetze, die eingehalten werden müssen

Die Behauptung, die Verwaltung werde immer kleinlicher, lässt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei nicht gelten: «Es gibt gewisse Vorschriften, die eingehalten werden müssen und die wir kontrollieren.» Die meisten Regeln gelten schon seit über zehn Jahren. «Wir können nicht jeden Fall einzeln neu beurteilen.» Es gebe Gesetze, wie beispielsweise das Strassenverkehrsgesetz, das klar vorgibt, dass ein Fussgängerstreifen eine Mindestbreite von 1,50 Metern haben muss. «Da können wir keine Ausnahmen machen.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.