JAHRESWECHSEL: Gedanken zum Jahr 2017

Mehr Gelassenheit, viele gesellige Momente, kleine Gesten mit grosser Wirkung; mit diesen Wünschen rutscht die Tagblatt-Redaktion Rorschach ins neue Jahr.

Simon Roth
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Tinder, Trump und Terroristen – Egomanen und Selbstdarsteller haben dieses Jahr geprägt. Alle versprechen sie ihren Anhängern das Blaue vom Himmel. Die Rattenfänger scheinen auch im kommenden Jahr Oberwasser zu behalten, steht doch das chinesische Jahr des Hahns an. Ein stolzes Tier, das es liebt, bewundert zu werden. Wir sollten deshalb nicht jedem Gockel nachkrähen, ob dieser nun auf Twitter Hasstiraden zwitschert oder als Turmspatz Halbwahrheiten von seiner hohen Warte herabträllert.

Wagen wir mehr Selbstbewusstsein und verwechseln es nicht mit Übermut. Gerade am See wechselt die Brise schnell die Richtung, seien wir deshalb keine Fähnchen im Wind. Stehen wir zu unseren Überzeugungen und lassen wir uns vom Gegenteil überzeugen. Üben wir uns im Zuhören und ermöglichen wir damit ein besseres Verständnis für unsere Mitmenschen.

«Unsere Region am See ist eine der schönsten Gegenden überhaupt», sagte mir einmal einer, der über hundert Länder besucht hatte und viele Jahre lang in der Tourismusbranche tätig war. Er hat recht: Vor allem im Sommer fühlt sich der stimmungsvolle See mit den lauen Sommerabenden wie Ferien am Mittelmeer an. Dann kommen die Besucher von St. Gallen, Zürich oder Deutschland zu uns. Sei es für eine Erfrischung in der Badhütte, zum Sonnenbaden auf der Arionwiese oder für einen Spaziergang mit anschliessender Glace im Seerestaurant.

Rorschach und der ganzen Region wünsche ich fürs kommende Jahr viel Sonne, Wärme und gesellige Momente. Vielleicht können wir diese bald auf der Terrasse des renovierten Tschapaun bei einem Coupe Dänemark oder bei Fischknusperli in einem künftigen Gastrobetrieb des Kornhauses erleben.

2016 war kein einfaches Jahr. Terror, Trump, Flüchtlingskrise – die grossen Themen des Jahres lösen in vielen Leuten Wut und Unsicherheit aus – auch bei uns. Ich wünsche mir, dass wir optimistisch ins neue Jahr starten. Dass wir nicht in eine Angst­starre verfallen und Hass mit Menschlichkeit und Zusammenhalt begegnen. Dass wir das schätzen, was wir haben, und gelassener reagieren, wenn uns eine Baustelle den Weg versperrt oder etwas nicht auf Anhieb funktioniert. Denn eigentlich geht es uns, gerade mit Blick auf die Geschehnisse von 2016, doch gut.

Ich wünsche mir, dass jeder versucht, mit diesen positiven Gedanken durch den Alltag zu gehen. Wie? Lächeln wir den Mitmenschen auf der Strasse doch einfach mal zu. Zeigen wir unseren Liebsten, wie wichtig sie uns sind. Schon kleine Gesten zeigen grosse Wirkung. Gerade in diesen Zeiten.

Heute blicken wir auf ein Jahr zurück, in dem man sich fragen muss, weshalb zwei Bäume die Entwicklung eines ganzen Dorfzentrums blockieren können. Bauen wir die neuen Häuser doch einfach darum herum. Dann kann Thomas Würth seine Motorsäge zu Hause lassen. Wir können uns aber auch einiges vornehmen. Kaufen wir doch wieder mehr beim Händler ums Eck ein, dann werden die Sorgenfalten der heimischen Gewerbler etwas kleiner. Und bei aller Vorfreude auf den längst überfälligen A1-Anschluss. Achten wir darauf, dieses künftige Tor zur Stadt am See sorgfältig zu gestalten. Und ärgern wir uns nicht über die Bauvorschrift zur inneren Verdichtung. Die Natur wird es uns einmal danken. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser. Welche Ge­danken zur Region beschäftigen Sie? Schreiben Sie uns. Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Ideen.