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JAHRESRÜCKBLICK: Altes bewahren, Neues wagen

Einige Gemeinden der Region machten 2017 wichtige Schritte in die Zukunft. Andere wurden von Altlasten eingeholt. Von Meilensteinen, Grenzlinien und geplatzten Träumen.
Noemi Heule
Startet das neue Jahr auf altem Posten: Statt St. Galler Stadtrat zu werden, bleibt Boris Tschirky Gemeindepräsident von Gaiserwald. (Bild: Urs Bucher)

Startet das neue Jahr auf altem Posten: Statt St. Galler Stadtrat zu werden, bleibt Boris Tschirky Gemeindepräsident von Gaiserwald. (Bild: Urs Bucher)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Nicht weniger als einem neuen Gesicht für ihr Dorf stimmten die Wittenbacher zu, als sie im September 5,2 Millionen sprachen für ein neues Zentrum. Auf einen Streich soll der Ortskern neu erschlossen, Wohnungen errichtet und die Einkaufslust gestillt werden. Ein neues Gesicht für ihr Dorf wünschen sich auch die Mörschwiler. Vergeblich. Der Freihof bietet der Gemeinde seit Jahren die Stirn, hält jedem Abrissversuch stand und bringt Pläne zum Stillstand. Bereits zweimal sprach die Bürgerschaft das Todesurteil gegen die alten Gemäuer. Zweimal verhinderten Einsprachen das Vorhaben. Im Juli entschied das kantonale Baudepartement einmal mehr gegen die Gemeinde. Kurz vor Jahresende hat sie resigniert: Der Freihof soll erhalten werden. Zum dritten Mal befindet die Bürgerversammlung im März über die Zukunft der einstigen Brauerei. Diesmal soll sie einer Sanierung zustimmen.

Brücken bauen oder Grenzen zementieren

In Mörschwil scheiterte der Volkswille an einzelnen Einsprechern, in St. Gallen scheiterten dagegen die Karrierepläne eines Einzelnen am Stimmvolk: Zwar wurde der Gaiserwalder Gemeindepräsident als Kronfavorit für den freien Sitz im Stadtrat gehandelt, dennoch scheiterte Boris Tschirky im Schlussspurt an GLP-Kandidatin Sonja Lüthi. Unfreiwillig hält er nun an seinem alten Amt fest. Immerhin nahmen die Gaiserwalder ihren abtrünnigen Präsidenten mit offenen Armen zurück.

Während Boris Tschirky über die Sitter schielte, richteten die Gruber den Blick lange in die Ferne, wenn sie ihn über den Mattenbach blickten. Der Bach, der gleichzeitig die Kantonsgrenze zeichnet, trennt Grub SG von seinem Namensvetter. Ab 2018 rücken die Dörfer näher zusammen. Beide Gemeinden stimmten einer Hängebrücke zu. Als unüberbrückbar stellte sich dagegen die Grenze in Bruggwald, zwischen Wittenbach und St. Gallen, heraus. Von blossem Auge nicht zu erkennen, schlängelt sie sich mitten durch das Quartier und treibt einen Keil zwischen Nachbarn. Die einen sind St. Galler, die anderen Wittenbacher, obwohl sich beide gleichermassen als Städter fühlen. Bis heute dürfen die Kinder aus Bruggwald zumindest auf dem Schulweg Grenzen überwinden. Damit ist ab Sommer Schluss: Sie müssen nach Wittenbach in die Oberstufe, wie das Schulparlament entschied.

Schulhäuser abreissen und Hausburgen sanieren

Für die Kinder aus Berg SG ist die schulische Zukunft im Dorf gesichert. Im zweiten Anlauf stimmten die Berger einem neuen Schulhaus zu. Alte Schulhäuser bewegten dagegen Wittenbach: Die beiden historischen Schulhäuser auf dem Dorfhügel sollen der neuen Anlage Grüntal weichen. Dagegen kämpft die «IG Denk Mal» an. Sie will die historischen Gebäude erhalten. Nicht erhalten wollen dagegen die Häggenschwiler ihre Hausburg, obwohl die Ruine Ramschwag eine Sanierung bitter nötig hätte. Die Einwohner der «Pioniergemeinde» zeigten einmal mehr, dass sie lieber Neuland betreten, als Altes bewahren. In das Erbe aus der Ritterzeit nämlich möchten sie kein Geld investieren. Wie auch die Mörschwiler müssen die Häggenschwiler im neuen Jahr entscheiden, wie sie mit den Überresten aus der Vergangenheit verfahren wollen.

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