Ja zum Standort Gossau

Die Stiftung Gerbhof und Weiher beendet ihre Zusammenarbeit mit der Tertianum AG. Noch bis Ende Jahr ist sie für den Betrieb der Gossauer Seniorenresidenz Gerbhof und Weiher zuständig.

Marion Loher
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gossau. Die Arbeiten am Erweiterungsbau für die Seniorenresidenz Gerbhof sind in vollem Gange. Aber weder auf die Bauarbeiten noch auf die Gäste oder Mitarbeitenden der Seniorenresidenz habe der jüngst getroffene Entscheid eine Auswirkung, sagt René Künzli, Präsident der Stiftung Tertianum Gerbhof und Weiher. Der Stiftungsrat hat entschieden, die Zusammenarbeit mit der Tertianum AG auf Ende Jahr zu beenden.

Neue strategische Ausrichtung

Die Tertianum AG ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich, das sich im Alterssegment engagiert und verschiedene Betriebe in der Deutsch- und der italienischen Schweiz führt. Seit 20 Jahren ist es auch für die Leitung der Gossauer Seniorenresidenz zuständig. Jahrelang hätten Gerbhof und Weiher mit der Tertianum AG gut zusammengearbeitet, heisst es in einer Mitteilung der Stiftung Tertianum Gerbhof und Weiher. Von beiden Seiten seien nun strategische Entscheidungen getroffen worden, die neue Verhandlungen über einen künftigen Mietvertrag erforderlich gemacht hätten. «Dabei haben die Vertragspartner festgestellt, dass die Stiftung eine andere Lösung sucht», wird weiter mitgeteilt.

Für die Mittelschicht

Die Tertianum AG habe 2005 die meisten Häuser ihrer Gruppe in ihr Eigentum übernommen oder mit Investoren langfristige Mietverträge abgeschlossen. Die Gossauer Seniorenresidenz sei jedoch immer eigenständig geblieben, sagt Künzli. In jüngster Zeit seien die Entscheidungsabläufe bei der Tertianum AG zunehmend zentralisiert worden. «Für Gerbhof und Weiher hingegen war und ist es wichtig, Entscheide für das Haus unter regionalen Gesichtspunkten an Ort und Stelle zu treffen», so der Stiftungspräsident. Die Eigentümerfamilie fühle sich dem Gerbhof und Weiher eng verbunden und habe bewusst die Entscheidung für den Erweiterungsbau getroffen. Nach Abschluss eines Mietvertrags hätte sie jedoch keinen Einfluss mehr auf den Betrieb nehmen können. Zudem wäre die Residenz im Hochpreissegment etabliert worden, was nicht den Vorstellungen der Stiftung entspreche. Gerbhof und Weiher sei für die Mittelschicht bestimmt, sagt Künzli, und so soll es auch bleiben.

In den kommenden Wochen wird der Stiftungsrat entscheiden, wie der Betrieb in Zukunft heissen und wer die Betriebsführung übernehmen soll. Noch sei alles ziemlich frisch, sagt Künzli. Man wolle in Ruhe für die langfristige Zukunft planen. Die Übergabe der Führung soll am 31. Dezember 2011 erfolgen.

Kultur und Qualität erhalten

Laut Mitteilung hat die Tertianum AG die Kultur und die Leistungsqualität in der Seniorenresidenz Gerbhof und Weiher über Jahre entscheidend mitgeprägt. Kultur und Qualität sollen unter dem neuen Namen erhalten bleiben. Für Gäste und Mitarbeitende soll sich ebenfalls wenig ändern, so der Stiftungspräsident.

Die Tertianum AG möchte sich vorläufig nicht zu diesem Thema äussern. Sie verweist auf eine Medienmitteilung, die in den nächsten Tagen verschickt werden soll.

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