Ja zum ausgeglichenen Budget

Das katholische Kirchgemeindeparlament hat am Mittwochabend den ausgeglichenen Voranschlag fürs kommende Jahr diskussionslos genehmigt. Über 160 000 Franken weniger als vorgesehen kostete der Umbau des Pfarreiheims Dom.

Margrith Widmer
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St. Gallen - Eröffnung des neu renovierten DomZentrums in der Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

St. Gallen - Eröffnung des neu renovierten DomZentrums in der Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Bei einem Umsatz von 21,376 Millionen Franken sollen in der Laufenden Rechnung der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen 2016 800 Franken Überschuss resultieren. Möglich ist dies allerdings nur dank eines Beitrags aus dem Finanzausgleich von 500 000 Franken. Sonst hätte sich ein Defizit von einer halben Million Franken ergeben. Geplant sind fürs nächste Jahr 1,53 Millionen Franken Nettoinvestitionen. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei 62 Prozent. Das Budget geht zudem von einem unveränderten Steuerfuss von 22 Prozent der einfachen Staatssteuer aus.

Vorgaben fürs kommende Rechnungsjahr des Kirchgemeinde sind eine Nullteuerung bei den Lohnkosten, den Sachausgaben, beim baulichen Unterhalt sowie bei den Entschädigungen und Beiträgen. Beim Steuerertrag wird ein Wachstum von einem Prozent auf dem effektiven Ergebnis des Vorjahrs angenommen. Dieses werde allerdings durch einen Rückgang der Zahl der Steuerpflichtiger (wegen Kirchenaustritten) gleich wieder «aufgefressen», heisst es in der Vorlage.

In Sorge über die Entwicklung

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) der Kirchgemeinde sei besorgt über den Finanzplan, sagte Armin Hürner. Das Gremium empfehle, die Verzichtsplanung vorzuziehen. Norbert Ackermann (Bereichsleitung Finanzen im Kirchenverwaltungsrat) beschwichtigte, das Budget sei ausgeglichen. Im Vergleich zum Voranschlag 2015 erhöhe sich der Personalaufwand um 1,2 Prozent. Ein Anstieg der Teuerung sei nicht zu erwarten.

Die Budgetierung sei mit Augenmass vorgenommen worden, sagte Norbert Ackermann. Innerhalb des Sachaufwands nehme der Anteil des baulichen Unterhalts mit 45,2 Prozent der Ausgaben eine dominierende Stellung ein. Die baulichen Aufwendungen hätten um einen Drittel zugenommen. Jährlich sei eine Baureserve von 100 000 Franken für Verwaltungsliegenschaften vorgesehen. Sie sei durch die bevorstehenden grossen Bauvorhaben und die rückläufigen Baurechtszinsen begründet. Der Kirchenverwaltungsrat gehe weiterhin von einem Beitrag aus dem Finanzausgleich von 500 000 Franken aus; er betrachte den Steuerausgleich allerdings als Übergangslösung, sagte Ackermann.

Den Finanzplan sah Norbert Ackermann nicht so düster wie die GPK: Der Plan sei ein Frühwarnsystem. Beschlossen sei noch nichts von dem, was darin aufgeführt sei – und schon gar nicht ausgegeben. Auch für die Jahre 2017 bis 2020 erwartet der Kirchenverwaltungsrat ein ausgeglichenes Budget. Das Parlament stimmte allen Anträgen zum Budget einmütig zu. Die Referendumsfrist für die Vorlage läuft jetzt bis zum 28. Dezember, hielt Ratspräsidentin Petra Thumann fest.

Günstiger als vorgesehen

Das Pfarreiheim Dom – oder «DomZentrum» wie es jetzt neu heisst – an der Gallusstrasse 34 sei ein Bijou geworden, lobte Vizepräsident Niklaus Rütsche. Und besonders erfreulich: Gegenüber den für Sanierung und Ausbau bewilligten Krediten resultierte eine Kosteneinsparung von 163 600 Franken; das sind 5,9 Prozent. Das Kirchenparlament genehmigte die Bauabrechnung im Gesamtbetrag von 2,605 Millionen Franken. Die Umbaukosten werden jetzt innert maximal 25 Jahren abgeschrieben. Noch zu erwartende Beiträge der Denkmalpflege werden als zusätzliche Abschreibungen verbucht. Als Vorstandsmitglied in den Orgelverein St. Maria Neudorf wurde vom Kirchenparlament am Mittwochabend Armin Hürner delegiert.

Neue Zusammensetzung

Das Parlament der Katholischen Kirchgemeinde tagte am Mittwoch letztmals in der alten Zusammensetzung. Es habe bei seinen Sitzungen wenig Kritik und Opposition gegeben, sagte Armin Bossart, der Präsident des Kirchenverwaltungsrats. Er hoffe auf einen guten, nahtlosen Übergang zum in diesem Herbst neu gewählten Parlament. Am Schluss der Sitzung vom Mittwoch verabschiedete Ratspräsidentin Petra Thumann jene Mitglieder, die zum letzten Mal im Waaghaussaal sassen.

Hilfsprojekte in der Dritten Welt

Max Imfeld, Bereichsleiter Diakonie/Jugendarbeit, informierte über Missionsprojekte in Tansania, Kenia, den Philippinen, Indien und China. Innert zwölf Jahren seien 1,8 Millionen Franken in Form von Beiträgen an die Errichtung von Kirchen, Kapellen, Schulen und Spitälern ausgerichtet worden. Oft wurde das Baumaterial finanziert, während die Menschen vor Ort die Arbeiten übernahmen.

Die 1,8 Millionen seien viel Geld, sagte Max Imfeld. Es seien aber doch nur 0,75 Prozent der Gesamtkosten – und das sei «nicht grosszügig. Wir sind geizig angesichts der grossen Not, die da ist.» Zehn oder 20 Prozent wären wenn schon grosszügig.

Impressionen aus dem umgebauten Pfarreiheim Dom an der Gallusstrasse 34. (Bilder: Ralph Ribi)

Impressionen aus dem umgebauten Pfarreiheim Dom an der Gallusstrasse 34. (Bilder: Ralph Ribi)