Ja sagen aus einer Position der Stärke

Mit der Ruhe ist es vorbei Ausgabe vom 19. Januar 2016

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In Andwil steht ein Generationenentscheid an. Für mich gibt es drei wichtige Argumente:

Die Schulstrukturen können nur durch die Fusion in eine zukunftsweisende Bahn gelenkt werden. Investitionsentscheide und Schulentwicklung sind Themen, die neu zielführender lösbar sind. Bisher ist keine klare Strategie des Gemeinderats Andwil bekannt, wohin es mit der Schulgemeinde Andwil-Arnegg in Zukunft geht, wenn die Vereinigung nicht zustande kommt.

Immer wieder liest man in der Zeitung, wie die Sozialkosten für eine Fremdplazierung eine kleine Gemeinde in Schwierigkeiten bringen können. In Andwil kann ein einziger Fall mehr als fünf Steuerprozente bedeuten. In einer grösseren Einheit gleichen sich solche Fälle besser aus.

Die Identität von Andwil bleibt bestehen. Das beste Beispiel sind die Arnegger, welche in dieser Konstellation schon viele Jahre zufrieden sind. Die Vereine und die Kirche sind wichtige Pfeiler in unserem sozialen Gefüge, und diese werden weiterhin bestehen. Ich bleibe ein Andwiler, auch wenn ich politisch zu Gossau gehöre.

Heute können wir aus der Stärke agieren. Bei einem Nein ist dieser Weg für Jahre verbaut, und es wäre schade, wenn wir später als Bittsteller eine Kooperation suchen müssen. Darum sage ich Ja zur Vereinigung und ermögliche der nächsten Generation intakte Zukunftsstrukturen.

Donat Schai GPK-Präsident Andwil Dorfstrasse 23a, 9204 Andwil

Kleines Dorf, grosse Vorteile

Als Bürger von Andwil möchte ich auf die Vorteile einer Gemeinde von der Grösse unseres Dorfes hinweisen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Gemeinderat mit fünf bis sieben Mitgliedern die Aufgaben am effizientesten und vor allem auch billiger als ein Stadtparlament bewältigen kann. Sollte es sich um Aufgaben handeln, welche die Kompetenzen des Gemeinderates übersteigen, sind die jährliche Bürgerversammlung oder eine einfache Abstimmung immer noch am sinnvollsten. Im Parlamentsbetrieb in Gossau werden oft parteipolitische Fragen in den Vordergrund gestellt, zulasten wichtiger Geschäfte. Die Aufgaben in der vereinigten Schulgemeinde werden grösser. Dass der Schulpräsident von Gossau diese Aufgaben noch zusätzlich übernehmen kann, daran glaubt wohl niemand. Herr Kummer, der Präsident der Schulgemeinde Andwil-Arnegg, sagte in der «GoZ» vom 4. September 2015, es bleibe alles beim alten, nur der Arbeitgeber wechsle. Da der neue Arbeitgeber in Gossau sitzt, verlieren die Andwiler und Arnegger die Nähe zur Schule, zur Bevölkerung und zur Verwaltung. Ein weiterer Punkt ist die kulturelle Verbundenheit verschiedener Vereine wie Musikgesellschaft, Männerriege und Turnverein, die mit den Einwohnern von Andwil und Arnegg in den Jahren gewachsen sind. Was sich über Jahrzehnte bewährt hat, zu dem sollte man Sorge tragen.

Zu beachten sind auch die Prämien der Krankenkassen in Gossau, die in die Stadtregion 1 eingestuft sind und damit teurer sind als die Prämien in Andwil, wo die Einstufung in die Landregion 2 gilt. Auf Anfrage bei meiner Krankenkasse wäre eine Erhöhung um jährlich 432 Franken zu erwarten, was für ein Ehepaar schnell 1000 Franken ausmacht. Auch ist der «Trend» der Fusionen vorbei. In den letzten Jahren sind unter anderen sechs Fusionen im Kanton St. Gallen schon in der Planungsphase gescheitert; auch die geplante Fusion zwischen Gossau, Degersheim und Flawil. Die letzte Verwerfung war diejenige von Uznach und Schmerikon im September. Gerne möchten wir Andwiler weiterhin eine gute Nachbarschaft mit Gossau pflegen und mit Arnegg die lange Freundschaft weiterführen. Unterstützen wir den Entscheid des Gemeinderates von Andwil: Bleiben wir eigenständig, behalten das Gemeindewappen, um nicht zu einer Minderheit in der Stadt Gossau und im Gossauer Parlament zu werden. Darum stimmen wir Nein zur Gemeindefusion zwischen Andwil und Gossau.

Stefan Thürlemann Mattenstrasse 283, 9204 Andwil