Ja-Komitee zum Pendlerabzug will gleichen Abzug für alle

ST.GALLEN. Wer mit dem Zug oder dem Auto zur Arbeit fährt, soll im Kanton St.Gallen künftig bei den Steuern nur noch maximal die Kosten eines Generalabonnement 2. Klasse abziehen können. Mit der neuen Regelung im Steuergesetz werden ÖV- und Autobenutzer endlich steuerlich gleichbehandelt, findet das Ja-Komitee.

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Knappes Ja an der Urne: Der Pendlerabzug wird mit 51,3 Prozent Ja– Stimmen gutgeheissen. (Bild: Keystone)

Knappes Ja an der Urne: Der Pendlerabzug wird mit 51,3 Prozent Ja– Stimmen gutgeheissen. (Bild: Keystone)

Mit der Beschränkung des sogenannten Fahrkostenabzugs bei den Steuern auf 3000 Franken will der Bundesrat zusätzliche 200 Millionen Franken in die Finanzierung der Bahn stecken. Der Kanton St. Gallen stimmte der Fabi-Vorlage im Februar 2014 mit 57,8 Prozent zu.

Die Kantone können eine eigene Obergrenze für den Pendlerabzug festlegen. Der St. Galler Kantonsrat hatte im vergangenen Februar mit 73 zu 34 Stimmen eine Obergrenze von 3655 Franken beschlossen. Dies entspricht dem Preis eines SBB-Generalabonnements 2. Klasse. Ein SVP-gestütztes Komitee ergriff das Referendum. Nun hat das Volk am 15. November das letzte Wort.

Nur jeder Siebte betroffen
«Eine Anpassung des Fahrkostenabzugs führt zu einer steuerlichen Gleichbehandlung der Pendlerinnen und Pendler mit dem ÖV und dem Privatauto», sagte VCS Co-Präsident Ruedi Blumer am Montag vor den Medien. Unterstützt wird das Ja-Komitee «Gleicher Abzug für alle» durch die SP, Grünliberale, Grüne, WWF und IGöV.

Nur jeder siebte Steuerpflichtige habe bisher einen Abzug geltend gemacht der über 3655 Franken liege. 70 Prozent der Pendlerinnen und Pendler seien von der Änderung überhaupt nicht betroffen. Stossend sei, dass beim Auto Pauschalkosten pro Kilometer abgezogen werden können, beim ÖV nur der effektive Billettpreis der 2. Klasse, monierte Monika Simmler, Präsidentin der SP des Kantons St. Gallen.

Mehreinnahmen statt Sparpakete
Die Beschränkung des Pendlerabzugs führe zu jährlichen Mehreinnahmen von rund 13,2 Mio. Franken für den Kanton und von rund 14,8 Mio. Franken für die St. Galler Gemeinden. Das sei keine Steuererhöhung wie von der SVP behauptet, sondern ein gewichtiges Element des Entlastungsprogramms, sagte Blumer.

Die Begrenzung solle aber auch einen Anreiz dafür schaffen, auf das Pendeln mit dem Auto zu verzichten, sagte Jacqueline Gasser-Beck, Co-Präsidentin der GLP. Wohnort und Arbeitsort müssten wieder näher beieinander liegen, um der fortschreitenden Zersiedelung entgegen zu wirken. (sda)