Ja-Argumente für den Marktplatz

Der Puls bei Befürwortern und Gegnern der Neugestaltung des Marktplatzes steigt. Gestern, knapp sechs Wochen vor der Abstimmung, trat das Ja-Komitee an die Öffentlichkeit und erklärte, warum die Innenstadt ein neues Herz braucht.

David Gadze
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Werben für ein Ja: Stefan Grob, Daniel Stauffacher, Cem Kirmizitoprak, Peter Olibet, Doris Königer, Daniel Rüttimann und Cécile Federer (von links). (Bild: David Gadze)

Werben für ein Ja: Stefan Grob, Daniel Stauffacher, Cem Kirmizitoprak, Peter Olibet, Doris Königer, Daniel Rüttimann und Cécile Federer (von links). (Bild: David Gadze)

Der Abstimmungskampf zur Neugestaltung des Marktplatzes ist lanciert. Gestern vormittag stellte das überparteiliche Komitee «Marktplatz: Ja!» seine Argumente für das 21-Millionen-Projekt beim Vadiandenkmal vor. Und griff bereits die Gegner an.

Zentrum und Herz

«Bohl, Marktplatz und Blumenmarkt sind das Zentrum und Herz der St. Galler Innenstadt. Dieses Zentrum muss neu gestaltet werden», sagte Daniel Stauffacher, Co-Präsident des Ja-Komitees und Präsident der CVP/BDP/EVP-Fraktion im Stadtparlament. Der aktuelle Zustand sei mehr als ungenügend. «Die Erneuerung der Infrastruktur bietet sowohl für Markthändler als auch für Besucher neue Möglichkeiten.» Für die Wirkung eines Strassenraumes sei aber auch die Oberflächengestaltung wichtig, sagte Stauffacher. Durch die Neugestaltung werde der Marktplatz zu einem «attraktiven Teil der Innenstadt» und zu einer «logischen Ergänzung der südlichen Altstadt». Zudem erhalte die Stadt einen freien Platz, der beispielsweise für Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Kosten differenziert betrachten

Der Gesamtbetrag von 21 Millionen Franken, von dem die Stadt 14 Millionen übernehmen würde, müsse differenziert betrachtet werden, sagte Stauffacher. Zum einen habe die Bauverwaltung in Anbetracht der Realisierungszeit – der Stadtrat will 2019 mit den Bauarbeiten beginnen – und noch offener Fragen «vorsichtig gerechnet» und eine Reserve von 15 bis 20 Prozent eingeplant. Zum anderen blieben nach Abzug der Kosten von knapp 6 Millionen, die für dringend notwendige Sanierungen ohnehin anfielen, noch 8 Millionen für die Neugestaltung. «Wenn man den Gegenwert anschaut, ist das absolut vertretbar», sagte Stauffacher.

Entsprechend sei es «unseriös», wenn das Projekt nun von rechtsbürgerlicher Seite aus Kostengründen abgelehnt und gleichzeitig ein «grosser Wurf» gefordert werde. «Wie schwierig es ist, einen grossen Wurf zu definieren, der bezahlbar und mehrheitsfähig ist, hat die erste Abstimmung gezeigt, welche vom Stimmvolk abgelehnt wurde.» Ausserdem sei das neue Projekt in einem partizipativen Verfahren und gemäss klarem Auftrag des Parlaments erarbeitet worden. Peter Olibet, SP-Stadtparlamentarier und Vorstandsmitglied des Ja-Komitees, vermutete gar, das Referendum sei nur deshalb ergriffen worden, um die Aufhebung der Parkplätze auf dem Marktplatz und dessen Sperrung für den Individualverkehr hinauszuzögern.

Neue Möglichkeiten für Markt

Stauffacher betonte auch, dass der Markt nicht verschwinden werde, wie dies das Nein-Komitee behaupte. «Offenbar will man den Leuten einfach Angst machen.» Durch den Abbruch der alten grünen Häuschen gebe es künftig zwar keinen ständigen Markt mehr. Die Neugestaltung biete aber zusammen mit einer Anpassung des Marktreglements die Möglichkeit, dass sich der Wochenmarkt, der Bauernmarkt und andere periodische Märkte weiterentwickeln könnten. Die Markthändler bekämen bessere Bedingungen und mehr Platz. «Der Markt wird schöner, grösser und lebendiger.» Ausserdem seien mit dem vorliegenden Projekt auch später noch der Bau einer Markthalle und Feinanpassungen, etwa beim Verkehr, möglich.

Bild: DAVID GADZE

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