Ivan Dal Santo: Beim FCSG an die Nati-Tür geklopft

Seine Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt, bei keinem Club spielte er länger als zwei Jahre – ausser beim FC St. Gallen. Während sieben Saisons und in fast 250 Spielen lief Ivan Dal Santo für die «Espen» auf. Es dauert folglich nicht lange, bis er sagt: «Die Zeit in St.

David Gadze
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Ivan Dal Santo in einem Spiel gegen die Grasshoppers im September 2002. Es war seine letzte Saison beim FC St. Gallen nach sieben Jahren. (Bild: Michel Canonica)

Ivan Dal Santo in einem Spiel gegen die Grasshoppers im September 2002. Es war seine letzte Saison beim FC St. Gallen nach sieben Jahren. (Bild: Michel Canonica)

Seine Karriere gleicht einer Achterbahnfahrt, bei keinem Club spielte er länger als zwei Jahre – ausser beim FC St. Gallen. Während sieben Saisons und in fast 250 Spielen lief Ivan Dal Santo für die «Espen» auf. Es dauert folglich nicht lange, bis er sagt: «Die Zeit in St. Gallen war die schönste in meiner Laufbahn als Spieler.»

Nati-A-Début mit 19 Jahren

Als 19-Jähriger schafft Dal Santo 1991 den Sprung vom Nachwuchs in das Profikader des FC Wettingen. Zu Beginn muss er aber hartes Brot essen: In seiner ersten Saison steigt die Mannschaft in die Nationalliga B ab, ein Jahr später geht der Verein in Konkurs. Über den FC Winterthur landet Dal Santo 1995 bei Neuchâtel Xamax. Obwohl er von Gilbert Gress bloss in einem einzigen Meisterschaftsspiel eingesetzt wird, verpflichtet ihn der FC St. Gallen im Sommer 1996. Trainer Roger Hegi setzt von Anfang an auf den flinken Aussenverteidiger, der mit unermüdlichem Einsatz seine Arbeit verrichtet und mit seinen Vorstössen auf der linken Seite und einem harten Schuss zu gefallen weiss.

Dal Santo etabliert sich in den folgenden Jahren als fester Bestandteil der Mannschaft. Es ist die erfolgreichste Zeit in der jüngeren Geschichte des FC St. Gallen: 1998 erreichen die «Espen» den Cupfinal gegen Lausanne, den sie unglücklich im Elfmeterschiessen verlieren. In der Saison 1999/2000 wird der FCSG völlig überraschend Schweizer Meister, verpasst danach gegen Galatasaray knapp den Einzug in die Champions League, eliminiert dafür Chelsea im Uefa-Cup, dem Vorgänger der Europa League. Auch in der folgenden Saison spielt der FCSG europäisch.

Den Pass zu spät bekommen

In all der Zeit ist Dal Santo Stammspieler. 2001 winkt ihm gar ein Aufgebot für die Nationalmannschaft. Enzo Trossero will ihn in einem Freundschaftsspiel gegen Polen testen. Daraus wird jedoch nichts, da der Italiener Dal Santo den Schweizer Pass nicht rechtzeitig bekommt. Wenig später ist Trossero weg, sein Nachfolger Köbi Kuhn setzt auf jüngere Spieler. «Noch heute bedauere ich, dass ich mich nicht früher um die Einbürgerung gekümmert habe, sagt der gebürtige Aargauer. «Wer weiss, welche Türen sich bei einem Nati-Einsatz geöffnet hätten.»

Stattdessen schliesst sich zwei Jahre später die Türe beim FC St. Gallen: Nachdem in der Saison 2002/03 erst in der Auf-/Abstiegsrunde ein Platz in der auf zehn Mannschaften verkleinerten Super League gesichert wird, mistet Trainer Heinz Peischl aus. Dal Santo, dessen Vertrag ausläuft, wird zusammen mit anderen langjährigen Profis wie Patrick Winkler oder Sascha Müller aussortiert. «Ich wäre gerne länger geblieben», sagt er. Das selbe Schicksal ereilt ihn nach einer Saison beim FC Zürich. Nach einer weiteren Spielzeit bei YF Juventus kommt er 2005 zum FC Luzern. Mit den Innerschweizern feiert er ein Jahr später den Aufstieg in die Super League und steht 2007 erneut im Cupfinal, der durch einen Penalty in der Nachspielzeit verloren geht. Nach zwei Saisons in der Challenge League beim FC Wohlen beendet Dal Santo seine Profikarriere schliesslich im Sommer 2009.

Schon früh steht für ihn fest, dass er dereinst als Trainer arbeiten möchte. Noch während seiner Zeit beim FC St. Gallen erwirbt er das C- und B-Diplom, später das A-Diplom. Beim FC Dietikon und beim FC Oerlikon/Polizei sammelt er erste Erfahrungen als Spielertrainer. Danach arbeitet er erfolgreich als Trainer von Zug 94. 2012 führt er die Mannschaft nach dem Abstieg in die 2. Liga interregional direkt zurück in die 1. Liga Classic und erreicht gleich in der folgenden Saison die Aufstiegsspiele zur 1. Liga Promotion. Nachdem der Aufstieg verpasst wird und Zug in der folgenden Saison «nur» zur erweiterten Spitzengruppe gehört, wird Dal Santo Anfang 2014 durch Martin Andermatt ersetzt. Eine grosse Enttäuschung für den erfolgshungrigen Coach. An seiner Arbeit zweifelt er jedoch nicht: «Ich bin sicher, dass ich weiterhin Erfolg gehabt hätte.»

Trainieren und erziehen

Seit einem Jahr arbeitet Ivan Dal Santo beim FC Rapperswil-Jona als Trainer der U15. «Ich muss die Jugendlichen nicht nur trainieren, sondern teilweise auch erziehen», sagt der heute 43-Jährige. Vor kurzem hat er in Richterswil, wo er mit seiner Frau und der siebenjährigen Tochter wohnt, eine Fussballschule eröffnet. Sein Ziel sei aber, dereinst bei einem Profiklub an der Seitenlinie zu stehen.

Matchtip Ivan Dal Santo: FC St. Gallen – FC Zürich 2:1 (morgen, AFG Arena, 13.45 Uhr)

Ivan Dal Santo Der ehemalige Aussenverteidiger ist heute Juniorentrainer. (Bild: pd)

Ivan Dal Santo Der ehemalige Aussenverteidiger ist heute Juniorentrainer. (Bild: pd)

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