Ittingen - Bauern stürmen das Kloster

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Der Thurgauer Landvogt Josef Amberg liess 1524 den reformierten Pfarrer Johannes Oechsli verhaften, der unter anderem auch in Eschenz, Stein am Rhein und Stammheim predigte. Die Verhaftung geschah im Auftrag der eidgenössischen Tagsatzung unter Ausschluss des reformierten Zürichs. Die Verhaftung zog bei der Landbevölkerung, die sich zuvor an Bilderstürmen in der Region beteiligt hatte, einen Sturm der Entrüstung nach sich. Schon davor war den Stammheimern angedroht worden, das Dorf würde niedergebrannt, wenn sie sich nicht zum alten Glauben bekannten. Und der Prior der nahegelegenen Kartause Ittingen hatte gesagt, es würde ihn nicht wundern, wenn Gott die Häuser der Aufständischen verbrennen liesse. Am 17. Juni misslang es 5000 Bauern, Oechsli zu befreien. Ihre Wut richtete sich nun auf das Kloster Ittingen. Am 18. Juli stürmten sie die Kartause. Zunächst bedienten sie sich an den Vorräten und ausgiebig im Weinkeller. Danach zerstörten sie Bilder, verbrannten Bücher und liessen das Wasser im Fischteich ab. Am 19. Juli ging das Kloster in Flammen auf. Ein erster schweizerischer Religionskrieg konnte nur verhindert werden, weil die Zürcher nach dem Ittinger-Sturm die Anführer des Aufruhrs verhafteten und an den eidgenössischen Tagsatzungsort Baden auslieferten, wo drei von ihnen zum Tod verurteilt wurden. Der Wiederaufbau des Klosters dauerte 30 Jahre. (hrt)

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