iPad-Projekt auch in Gossau

GOSSAU. Nach dem OZ Bünt in Waldkirch und der SBW in Häggenschwil kündet nun auch das OZ Rosenau einen iPad-Versuch an. Nach den Sommerferien wird eine Realklasse ausgerüstet.

Norina Furrer
Merken
Drucken
Teilen
In Gossau werden, wie hier in Häggenschwil, auch bald Schüler am iPad unterrichtet. (Archivbild: Urs Jaudas)

In Gossau werden, wie hier in Häggenschwil, auch bald Schüler am iPad unterrichtet. (Archivbild: Urs Jaudas)

In diesem August startet das Oberstufenzentrum Rosenau in Gossau einen Versuch mit Tablet-Computern in einer Realschulklasse. Kürzlich hat auch das Oberstufenzentrum Bünt in Waldkirch bekanntgegeben, dass im kommenden Schuljahr ein Pilotprojekt mit iPads gestartet wird. Dies sei kein Zufall, sagt Roger John, Schulleiter des OZ Rosenau. «Wir haben ein gemeinsames Projekt gestartet. Nur deshalb sind auch die Kosten tragbar», erklärt er. Die Idee des Vorhabens komme jedoch von keiner der beiden Schulen. Die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) habe ein Jahr lang mit Studierenden einen iPad-Versuch durchgeführt. «Die Geräte werden nach den Sommerferien nicht mehr gebraucht, deshalb wurden wir als Partnerschule angefragt, ob wir einen Versuch mit einer Klasse starten wollen.» So sei es auch dazu gekommen, dass Ralph Kugler von der PHSG die Schulung der Lehrpersonen übernehme. «Zusätzlich steht er uns als fachkundige Betreuung zur Verfügung.»

Bewusst Realklasse gewählt

Der Versuch in der Gossauer Oberstufe unterscheide sich leicht von dem in Waldkirch, sagt Roger John. «Im OZ Bünt wird eine dritte Sekundarschulklasse während eines Jahres mit den Geräten arbeiten.» In Gossau sei für den Versuch bewusst eine zweite Realschulklasse gewählt worden. Diese arbeite zwei Jahre lang mit den Tablets. «Das Gerät macht nur dann Sinn, wenn es sich auch bei schwächeren Schülern bewährt», erklärt John. Die Tablets sollen in den beiden Schulen für Aufgaben in verschiedenen Fächern genutzt werden. «Es geht uns nicht darum, die Geräte möglichst oft zu nutzen, sondern darum, den Mehrwert, den iPads bieten, zu ermitteln», erklärt der Schulleiter. Erst nach dem zweijährigen Versuch zeige sich, ob es sinnvoll sei, diese flächendeckend einzuführen. Die Schule wolle kein Gerät, das für Schüler «einfach nur lässig» sei.

Vorbereitung aufs Berufsleben

«Tablets gehören zum heutigen Berufsleben», sagt John weiter. Es gebe nahezu keinen Beruf mehr, wo keine entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt würden. «Deshalb erachte ich es als Aufgabe der Schulen, den Jugendlichen den Umgang mit neuen Medien beizubringen.» Dies gehöre heute einfach dazu. Auch die Verantwortung für den Umgang mit den Tablets liege bei der Schule. «Wir werden ab kommendem Schuljahr von Thomas Dörig, einem Medienpädagogen, unterstützt», sagt John. Auch dieser hält die Einführung von iPads in der Schule für sinnvoll. «Die Tablets kann man sich als Werkzeugkasten mit verschiedensten Funktionen vorstellen», sagt Thomas Dörig. «Dieser kann optimal eingesetzt werden und so von grossem Nutzen sein. Die Bedingung ist, dass die Schüler Zugang zum Internet haben.»

Ein multimediales Notizbuch

«Ich kann mir in jedem Fach eine sinnvolle Verwendung der Tablets vorstellen», sagt Schulleiter John. Dies könne im Sport das Festhalten eines Bewegungsablaufs auf Video oder im Zeichnen ein Fotobearbeitungsprojekt sein. «Grundsätzlich soll das iPad als multimediales Notizheft und Kommunikationsmittel dienen», erklärt John. «Die Schüler können mit Apps arbeiten und sich im Internet Informationen beschaffen.» Fotos, Texte und Filme können abgespeichert und diese Daten zwischen Schülern oder Lehrern ausgetauscht werden. Trotz der positiven Einstellung gegenüber dem Versuch sei noch offen, ob nach den zwei Projekt-Jahren weitere iPads flächendeckend eingeführt werden. «Vielleicht sind wir zu früh mit einem solchen Projekt, oder es kostet einfach zu viel», sagt John.