Invasion mit Panzer und Hochrad

ALTENRHEIN. Porsche, Puch und Pontiac: Zwischen 900 und 1000 Fahrzeuge konnten gestern an der 13. Historischen Verkehrsschau in Altenrhein bestaunt werden. Es gab auf dem Rundgang am Airport auch allerlei Skurriles zu entdecken.

Michel Burtscher
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Ein Panzer aus dem Jahr 1968 und ein Opel Kapitän aus den 50er-Jahren, an der Verkehrsschau ist eine breite Palette historischer Fahrzeuge zu sehen. (Bilder: Michel Burtscher)

Ein Panzer aus dem Jahr 1968 und ein Opel Kapitän aus den 50er-Jahren, an der Verkehrsschau ist eine breite Palette historischer Fahrzeuge zu sehen. (Bilder: Michel Burtscher)

Mit lautem Geknatter fuhren sie gestern durch die Region Rorschach. Immer wieder, den ganzen Tag, es sind Hunderte: Oldtimer und Youngster in den verschiedensten Formen und Farben. Sie sind von nah und fern nach Altenrhein gekommen und haben alle das gleiche Ziel: die 13. Historische Verkehrsschau beim Airport in Altenrhein. Dort stehen sie dann nebeneinander in einer Reihe – Fiat, Ford, Audi, Mercedes, Porsche, Puch. Nachdem sie das Gefährt säuberlich parkiert haben, steigen die Fahrer aus und machen sich auf, die anderen Autos zu bestaunen. Es gibt auch Traktoren, Motorräder und sogar Fahrräder zu sehen. Und dann steht da auch noch ein Panzer aus dem Jahr 1968. Zwischen 900 und 1000 Fahrzeuge seien an diesem Tag insgesamt auf dem Platz, schätzt OK-Präsident Fredy Pillinger.

Aus Alt wird Neu

Eines dieser Fahrzeuge ist ein schwarzer Austin Seven, Baujahr 1928. Das Alter ist dem Fahrzeug aber nicht anzusehen – die Motorhaube glänzt, das Auto wurde schön restauriert. «Und es fährt auch einwandfrei», sagt Besitzer August Koch aus Romanshorn – samt Auto auf der letzten Seite dieser Tagblatt-Ausgabe zu sehen. Vor etwa 25 Jahren habe er den Austin gekauft, erzählt er. In England sei das gewesen, in Birmingham. Dort habe er das Auto in einem Hinterhof gesehen. «Es war in sehr schlechtem Zustand.» Man habe nicht mehr damit fahren können. Der Besitzer hat aber kein Geld für die Entsorgung gehabt. Doch Koch hat es gekauft und in die Schweiz geholt – und dann während drei Jahren restauriert. Zwischen drei- und fünfmal im Jahr fahre er mit dem Austin aus. Man habe eine fabelhafte Umsicht, wenn man drinsitze, sagt Koch. Darum werde das Auto auch «Stadtlimousine» genannt.

Einige Meter vom Austin entfernt steht OK-Präsident Fredy Pillinger und fotografiert die Autos. Aus der Schweiz, Deutschland und Österreich kämen die Leute, erzählt er. Sie hätten aber auch schon Fahrer aus Frankreich oder Italien hier gehabt. Es gebe drei Arten von Menschen, die solch alte Fahrzeuge hätten, sagt er. «Da sind die Nostalgiker, die einfach gerne alte Sachen haben. Dann gibt es die Mechaniker, die an der Technik interessiert sind. Und dann gibt es noch die Menschen, welche die Leidenschaft vom Vater geerbt hätten.» An die Verkehrsschau kämen alle Typen. «Hier tauscht man sich aus und sucht Fahrer, die das gleiche Auto haben», erzählt er. Die jüngsten Fahrzeuge auf dem Platz sind mindestens 20 Jahre alt, dann gelten sie als Youngster. Sind sie älter als 30 Jahre, sind sie Oldtimer.

Sie kommen und gehen

Einer dieser Oldtimer gehört Ernst Oberli – es ist sogar das älteste Gefährt, das an diesem Tag auf dem Platz ist: ein Hochrad aus dem Jahr 1880. Er sei durch Zufall über einen Kollegen zu seinem Zweirad gekommen, erzählt der Bieler. Dann habe er es «alt restauriert». Das heisst, das Fahrrad glänzt nicht, man sieht ihm das Alter an. «Es fährt aber einwandfrei», sagt Oberli. Unter ohrenbetäubendem Lärm startet dann nebenan ein Traktor aus Österreich und fährt davon. Bald kommt aber schon das nächste Fahrzeug und füllt den Platz wieder.

Ein Mowag Kdo 4x4 aus dem Jahr 1955. Ernst Oberli hat sein Hochrad aus dem Jahr 1880 liebevoll restauriert.

Ein Mowag Kdo 4x4 aus dem Jahr 1955. Ernst Oberli hat sein Hochrad aus dem Jahr 1880 liebevoll restauriert.