INTERVIEWSERIEINTERVIEWSERIE: «Gossau ist ein teures Pflaster geworden»

Neu im Parlament

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Seit Januar sitzt Brigitta Mettler (FDP) im Gossauer Stadtparlament. Sie will sich für eine schnelle Abwicklung von Grossprojekten wie dem Masterplan Sportanlagen einsetzten. Genügend Zeit für parlamentarische Arbeit zu finden, ist für sie eine Frage der Organisation.

Frau Mettler, Sie sind seit Januar Mitglied des Gossauer Stadtparlaments. Was war für Sie am Anfang speziell?

Die erste Sitzung war sicher ein spezielles Erlebnis für mich. Teil des Gossauer Parlaments sein zu dürfen; das hat sich gut angefühlt.

Zu welchen Themen werden Sie sich im Parlament engagieren?

Mir sind vor allem die Grossprojekte wichtig, die derzeit in Gossau anstehen. Allen voran natürlich der Masterplan Sportanlagen. Wichtig ist, dass diese Projekte in einem sinnvollen Zeitrahmen abgewickelt werden können. Und dass die Finanzen eingehalten werden.

Sie waren früher Mitglied der SP. Jetzt sitzen Sie für die FDP im Gossauer Parlament. Woher der Sinneswandel?

Ich bin der SP während meiner Lehre beigetreten, weil sie damals die einzige Partei war, die sich die Gleichstellung zwischen Mann und Frau auf die Fahne geschrieben hatte. Ich bin aber mit 25 wieder ausgetreten, weil ich gerade in wirtschaftlichen Fragen andere Ansichten habe als die SP. Und weil die bürgerlichen Parteien in Sachen Gleichberechtigung aufgeholt haben. Heute kann ich mich auch gut in der FDP für Gleichstellung einsetzen.

In einem Interview mit der «GoZ» sagten Sie, Sie fänden es eine gefährliche Entwicklung, dass in Gossau wegen hoher Mieten viele Wohnungen leerstehen. Droht Gossau eine Immobilienblase?

Nein, das glaube ich nicht. Aber Gossau ist tatsächlich ein teures Pflaster geworden. Das trifft auch auf Gewerbelokale zu.

Muss die Stadt auf dem Wohnungsmarkt aktiver werden und günstigere Wohnungen anbieten?

Nein, das wäre der falsche Weg. Wenn Wohnungen oder Ladenlokale leerstehen, nützt dass niemandem. Es ist aber nicht die Aufgabe der Stadt, mit Subventionen tiefere Mieten zu erreichen.

Sie arbeiten als selbstständige Unternehmensberaterin. Finden Sie neben dem beruflichen Alltag genügend Zeit für die Politik?

Ich berate im Bereich der Prozess- und Organisationsoptimierung. Könnte ich meine Zeit nicht einteilen, wäre ich im falschen Beruf. Ich nehme mir die Zeit, um mich ausgiebig und intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen, die im Parlament diskutiert werden. (al)

Das «Tagblatt» stellt mit Kurzinterviews jene Parlamentarierinnen und Parlamentarier vor, die seit dem Wahlherbst neu im Parlament sind. (red)