InterSky forciert Schweizer Markt

ALTENRHEIN/ST.GALLEN. Seit Mai fliegt InterSky ab Altenrhein. Gestern hat Geschäftsführerin Renate Moser ein positives Jahresergebnis 2012 präsentiert. Einen zusätzlichen Linienflug ab Altenrhein kann sich die Airline-Chefin vorstellen; am ehesten nach Köln.

Rudolf Hirtl
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Renate Moser, Geschäftsführerin von InterSky: «Ich sehe noch viele Möglichkeiten, rentable, regionale Linienflüge aufzubauen.» (Bilder: Rudolf Hirtl)

Renate Moser, Geschäftsführerin von InterSky: «Ich sehe noch viele Möglichkeiten, rentable, regionale Linienflüge aufzubauen.» (Bilder: Rudolf Hirtl)

«Ich bin nicht stolz, Geschäftsführerin von InterSky zu sein. Ich bin aber immer noch weltweit die einzige Frau, die eine eigene Airline gegründet hat. Darauf bin ich stolz», sagt Renate Moser gestern an der Präsentation der Jahresbilanz mit einem ansteckenden Lachen und ergänzt, dass sie sich sehr über das wachsende Engagement ihrer Airline in der Schweiz freue. «Unsere Wurzeln sind seit den Zeiten mit Rheintalflug in Altenrhein. Dass wir dieses Jahr mit den Charterflügen nach Elba und Sardinien wieder zu Hause angekommen sind, ist wirklich wunderbar. InterSky expandiert in der Schweiz nicht nur in Altenrhein. Im Januar hat der Regional Carrier auch die Strecke Zürich–Graz wieder aufleben lassen. «Das war ein Senkrechtstart. Wir hatten von Beginn weg gute Passagierzahlen. Dass es aber gleich so gut läuft, hat uns selbst überrascht», so Moser.

Klassischer Wien-Markt

Auch Altenrhein bezeichnet die 71jährige Powerfrau als «Selbstläufer». Die seit Mai durchgeführten Charterflüge nach Elba und Sardinien seien sehr gut ausgelastet. «Das Wetter spielt dabei auch eine Rolle. Bei dem vielen Regen wollen die Leute so rasch wie möglich in den Süden. Ausserdem lieben die Schweizer Elba. Aus keinem anderen Land fliegen mehr Menschen auf die Insel im Mittelmeer.» Den Airport in Altenrhein bezeichnet Moser, die nach wie vor als Paradiesvogel in der von Männern dominierten Luftfahrtbranche gilt, als klassischen Wien-Markt. «Die Linie Wien–Altenrhein funktioniert. Der Bedarf ist da. Dies war schon bei der Rheintalflug zu sehen. Bevor wir 2001 an Austrian Airlines verkauften, sind über 110 000 Passagiere jährlich mit uns nach Wien geflogen.» Für die Airline-Gründerin ist aber auch klar, dass Altenrhein nur einen Wien-Carrier verträgt. Nach Wien fliegen will sie mit InterSky dennoch. Allerdings ab Friedrichshafen. Und zwar ab März 2014, wenn die 74plätzige Propellermaschine des französisch-italienischen Konsortiums Avions de Transport Régional rechtzeitig geliefert wird. Klappt dies nicht, soll die ATR 72-600 spätestens ab dem Sommerflugplan Friedrichshafen mit der österreichischen Hauptstadt verbinden.

People's nicht konkurrenzieren

«Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum Angebot der Viennaline, sondern als Ergänzung», betont Moser und verweist auf das gute Verhältnis zwischen InterSky und People's. «Wir haben festgestellt, dass potenzielle Wien-Passagiere aus dem Raum Süddeutschland eher ab Zürich abfliegen. Wir sind daher überzeugt davon, dass ein Bedarf besteht, ab Friedrichshafen nach Wien zu fliegen.» Sie räumt aber auch ein, dass die Zahl von Schweizer Gästen steigt, die ab Friedrichshafen Flüge von InterSky nutzen. Dies, weil die Regionalfluggesellschaft von dort bereits nach Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Zadar, Pula und Menorca fliegt. «Wenn am 4. Juli endlich die zweite Röhre des Pfändertunnels eröffnet wird, werden wir sicher noch mehr Passagiere aus der Schweiz haben.»

Borussia nach Basel fliegen

2012 beförderte die Airline mit drei Flugzeugen 160 000 Passagiere. Im ersten Halbjahr 2013 transportierte InterSky laut Marketing-Leiter Roger Hohl mit einer vergrösserten Flotte (6) bereits über 100 000 Passagiere (+ 33,8 %). Bis Ende Jahr dürften es deutlich über 200 000 sein. Nicht nur Linien- und Charterpassagiere setzen auf InterSky. Vermehrt nehmen auch Bundesligaclubs die Dienste der Airline in Anspruch. «Borussia Dortmund fliegen wir kommende Woche zu einem Freundschaftsspiel nach Basel. Danach von Altenrhein nach Hause, da der BVB sein Trainingslager in Liechtenstein durchführt. Aber auch der VfB Stuttgart und Hanover 96 fliegen mit uns», so Hohl.

Nach Deutschland würde InterSky gerne vermehrt ab Altenrhein fliegen. «Wenn es der Staatsvertrag zulässt, wäre Köln eine interessante Linien-Destination für uns», sagt Renate Moser.

Roger Hohl (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)

Roger Hohl (Bild: Rudolf Hirtl oceandesign@bluewin)