INTERPELLATION: Energiekonzept 2050 wirft Fragen auf

Diverse Stadtparlamentarier erachten das städtische Energiekonzept als unvollständig. Deshalb haben sie einen Fragenkatalog für den Stadtrat ausgearbeitet.

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Basil Oberholzer und Franziska Ryser von den Jungen Grünen, Veronika Meyer von den Grünen, Etrit Hasler von der SP und Daniel Rüttimann von der GLP haben eine Interpellation betreffend Energiekonzept 2050 beim Stadtrat eingereicht. In ihrem Schreiben loben sie den Rat zwar für das «sehr fortschrittliche Instrument, um zahlreiche der notwendigen Schritte auf dem Weg in eine atomfreie CO2-neutrale Stadt zu realisieren.» Vollständig ist das Konzept ihrer Meinung nach jedoch nicht. Es könne nämlich sein, dass die Stadt nicht nur Geld in die Produktion erneuerbarer Energien stecke, sondern auch in die Förderung fossiler Brennstoffe. Letztere Energie würde von der St. Galler Bevölkerung nicht konsumiert, dennoch werde sie über die St. Galler Mitfinanzierung erst ermöglicht und trage dadurch zu einem umweltschädlichen Mehrverbrauch von Strom, Wärme und Mobilität bei.

Vor diesem Hintergrund stellt sich den Stadtparlamentariern die Frage, ob das Energiekonzept um die Frage der Nachhaltigkeit der städtischen Finanzflüsse ergänzt werden sollte.

Finanzanlagen als integraler Bestandteil?

Deshalb haben die Stadtparlamentarier folgenden Fragenkatalog für den Rat zusammen­gestellt: «In welchen Bereichen haben die Stadt oder angeschlossene Gesellschaften Finanzanlagen getätigt, die auch die Produktion fossiler Energie mitfinanzieren? Sind der Stadtrat beziehungsweise die Stadtwerke oder das Amt für Umwelt bereit, die Existenz solcher Finanzflüsse genauer zu untersuchen?» Weiter wollen die Parlamentarier wissen, um wie viel «die Energie- und CO2-Bilanz der Stadt durch solche fossilen Anlagen verschlechtert» wird, und ob es andere Gemeinwesen gebe, welche die Frage der fossilen Investitionen in ihr Energiekonzept aufgenommen hätten. «Ist der Stadtrat gegebenenfalls bereit, das Thema ökologisch nachhaltiger Finanzanlagen als integraler Bestandteil ins Energiekonzept 2050 aufzunehmen?» (arc)