«Integration ist hart und schmerzhaft»

Tülay Korkmaz kandidiert am 28. Februar auf der Liste der Grünen neu für den Kantonsrat. Die Dolmetscherin will sich im Parlament vor allem für die Natur und Migranten einsetzen. Frau Korkmaz, weshalb kandidieren Sie für den Kantonsrat?

Drucken
Teilen
Tülay Korkmaz Kantonsratskandidatin Grüne (Bild: Regina Kühne)

Tülay Korkmaz Kantonsratskandidatin Grüne (Bild: Regina Kühne)

Tülay Korkmaz kandidiert am 28. Februar auf der Liste der Grünen neu für den Kantonsrat. Die Dolmetscherin will sich im Parlament vor allem für die Natur und Migranten einsetzen.

Frau Korkmaz, weshalb kandidieren Sie für den Kantonsrat?

Ich bin in die Schweiz immigriert. Ich fühle mich hier daheim und möchte die Zukunft als Kantonsrätin mitgestalten.

Sie gäben im Kantonsrat Migrantinnen und Migranten eine Stimme?

Ja, das gäbe ich. Ich weiss, wie hart und schmerzhaft der Integrationsprozess ist. Ich weiss auch, dass es Kurdinnen hier gibt, die lernten gerne Deutsch, sie können es aber einfach nicht.

Weshalb können sie das nicht?

Die kurdische Sprache ist in der Türkei verboten. Viele Kurdinnen mussten gegen ihren Willen Türkisch lernen und sprechen. Wer seine eigene Muttersprache nicht beherrscht, hat es schwer, eine Fremdsprache zu lernen.

Warum kandidieren Sie als Migrantin auf der Liste der Grünen?

Menschen am Rande der Gesellschaft, Menschen mit Schwierigkeiten sind mir wichtig. Wichtig sind mir aber auch die Natur und die Umwelt. Wenn ich mit den Appenzeller Bahnen und von St. Gallen nach Appenzell fahre, denke ich jedesmal: Ist das schön! Ich finde, die Schweiz braucht nicht noch mehr Beton und Asphalt. Beton ist kalt. Die Schweiz braucht mehr Wärme und Herzlichkeit.

Erfuhren Sie keine Herzlichkeit, als Sie in die Schweiz gekommen sind?

Doch schon, aber nicht immer. Ich bin mittlerweile hier angekommen und möchte mich hier einbringen. Das hat damit zu tun, dass ich auf Menschen zu gehen kann und die Fähigkeit hatte, die deutsche Sprache zu lernen. Das haben aber lange nicht alle Flüchtlinge. Wir müssen auf sie zugehen und ihnen bei der Integration helfen. (dwi)

Aktuelle Nachrichten