Inspiration durch Schiefer

Vier Jahre nach der Einweihung erhält das Schulhaus Gerbe in Heiden «seine» Kunst. Sylvia Geel hat ein Werk geschaffen, dessen Grundlage Kripseleien von Schülern sind.

Lukas Pfiffner
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Arthur Oehler ging auf Entstehung und Bedeutung des Werkes ein. (Bild: Lukas Pfiffner)

Arthur Oehler ging auf Entstehung und Bedeutung des Werkes ein. (Bild: Lukas Pfiffner)

HEIDEN. Bei einer Vernissage würden in der Regel die Besucher rasch «auf die Bilder losgehen, um sie zu erwerben», sagte Urs Weber, der administrative Schulleiter der Sekundarschule Gerbe. «Wir haben dagegen die Bilder festgemacht, wir behalten sie. Und wir freuen uns.» Am Freitag wurde das «Projekt Schiefer» eingeweiht.

Spardruck zu gross

Von 2005 bis 2007 erfolgte die Sanierung des Schulhauses Gerbe. «Es wäre schön gewesen, wenn schon damals etwas Fröhliches, Farbiges hätte geschaffen werden können; aber der Spardruck war zu gross.» Die Tatsache, dass für Kunst kein Betrag vorgesehen war, sollte aber nicht lange ein Hemmnis darstellen. Ein Jahr nach der Einweihung nahm der damalige Schulleiter Peter Kruythof einen Anlauf. «Das Projekt wurde zwischendurch aus finanziellen Gründen wieder auf Eis gelegt», erzählte Urs Weber. Das Vorhaben kam doch zum erfolgreichen Abschluss. Die Jürg-Burkard-Stiftung leistete Unterstützung. Inspiriert von der Schieferfassade des Schulhauses und in Würdigung der Schiefertafel schuf die Heidler Künstlerin Sylvia Geel drei farbenfrohe Bilder. Sie liegen übereinander in jedem der drei Stockwerke zwischen Garderobenhaken und Zimmertüre.

«Lebensfreude ausbreiten»

«Freude soll die Grundstimmung sein in einer Schule, Lebensfreude soll sich im Alltag der Schule ausbreiten.» Arthur Oehler, der 30 Jahre lang in der Gerbe unterrichtet hatte und von Urs Weber als «das kulturelle Gewissen der Schule Heiden» bezeichnet worden war, gratulierte in der Laudatio der Künstlerin. Am Anfang des Projekts waren Skizzen und Texte gestanden, die Schülerinnen und Schüler auf Tafeln angebracht hatten. Er freue sich nicht nur über die optische Ausstrahlung der Bilder, sondern auch über den pädagogischen Hintergrund, sagte Arthur Oehler.