Ins «Trischli»-Gebäude kommen Büros

Das «Trischli» bleibt in seiner jetzigen Form dem St. Galler Nachtleben erhalten. Seit seiner Wiedereröffnung hatte der Club mit Lärmklagen zu kämpfen. Die Stadt hat dem Antrag, die Wohnungen darüber zu Büros umzunutzen, nun stattgegeben.

David Gadze
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Das «Trischli» an der Brühlgasse ist der älteste Club der Stadt. (Bild: Michel Canonica)

Das «Trischli» an der Brühlgasse ist der älteste Club der Stadt. (Bild: Michel Canonica)

Im «Trischli» kann auch weiterhin zu lauter Musik bis tief in die Nacht hinein gefeiert werden: Wie der städtische Bausekretär Alfred Kömme auf Anfrage sagt, dürfen die Wohnungen oberhalb des Clubs zu Büros umgenutzt werden. Mieter und Nachbarn hatten in der Vergangenheit wegen zu hoher Lärmwerte geklagt.

Eine Regelung auf Zeit

Diese Regelung gilt nun so lange, wie das «Trischli» als Club bestehen bleibt. Bei einem allfälligen Ende des Clubbetriebes müssten wieder Wohnungen entstehen, sagt Kömme.

Der älteste Club der Stadt hatte seit der Wiedereröffnung Ende 2009 immer wieder mit Lärmproblemen zu kämpfen. Die Schützengarten AG, der die Liegenschaft gehört, reichte deshalb im Jahr 2010 bei der Stadt ein Gesuch ein, die Wohnungen oberhalb des Clubs zu Büros umnutzen zu können. Das Amt für Baubewilligungen wies den Antrag ab. Auf das Wiedererwägungsgesuch der Schützengarten AG sei die Stadt nun eingegangen, sagt Kömme.

Dabei handle es sich um eine Ausnahmeregelung, die im Wohnanteilsplan explizit vorgesehen sei. Dieser soll verhindern, dass Wohnfläche und damit Leben aus der Innenstadt verschwindet. Es gelte jedoch auch die Interessen der «alteingesessenen» Unternehmen zu schützen, von denen das «Trischli» eines ist.

Die Schützengarten AG plant bereits die Umnutzung. «Wir haben die Senn BPM AG damit beauftragt, ein mögliches Nutzungskonzept zu erarbeiten», sagt Josef Zweifel, der bei Schützengarten für die Liegenschaften verantwortlich ist. Die Detailplanung hänge jedoch auch davon ab, wer die Büros künftig nutzen wird.

Kündigungen sind möglich

Einige Wohnungen stünden schon seit relativ langer Zeit leer. «Es ist möglich, dass bei gewissen Wohnungen durch bauliche Massnahmen wie zusätzliche Dämmisolationen die Lärmgrenzen eingehalten und diese weiterhin vermietet werden können», sagt Zweifel. Er könne jedoch nicht ausschliessen, dass einzelnen Mietern gekündigt werden müsse. Diesen würde in anderen Liegenschaften in der Stadt ein Ersatz angeboten.