Innenstadt-Geschäfte rüsten auf

St. Galler Ladenbetreiber haben vermehrt mit Diebstählen und Belästigungen durch Betrunkene zu kämpfen. Deshalb wollen einige jetzt einen gemeinsamen Patrouillendienst engagieren.

Daniel Walt
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«Diebstähle gibt es immer. Aber wenn Diebe in Banden auftreten oder Betrunkene die Ladenbetreiber oder Kunden belästigen, ist es schwierig, diese Leute zu kontrollieren beziehungsweise wegzuschicken.» Das sagt Josef Huber, Präsident von Pro City. Die Vereinigung des innerstädtischen Gewerbes hat den rund 170 Mitgliedern kürzlich in einem Schreiben als Schutz vor ungebetenen Besuchern den Patrouillendienst City Patrol von Protectas empfohlen.

Präsenz markieren

Aktiv geworden ist Pro City aufgrund von mehreren Geschäften, die über zunehmende Diebstähle und Belästigungen klagten. Josef Huber: «Es handelte sich dabei in erster Linie um Textilgeschäfte, die reine <Frauenbetriebe> sind.» Pro City entschied sich nach einer Evaluation mehrerer Angebote, den Mitgliedern den Patrouillendienst City Patrol von Protectas zu empfehlen.

Das Konzept sieht vor, dass Sicherheitsleute zwischen den teilnehmenden Betrieben pendeln und in den Läden Präsenz markieren. Wenn sie sich bei einem Vorfall gerade nicht im entsprechenden Laden aufhalten, haben Angestellte die Möglichkeit, Alarm zu schlagen – «die Protectas-Leute sind dann in drei bis fünf Minuten da», sagt Josef Huber.

Uniformiert mehr Wirkung

Weshalb hat sich Pro City entschieden, seinen Mitgliedern das Angebot City Patrol der Protectas-Regionaldirektion Zürich zu empfehlen? Josef Huber: «Bei der Protectas handelt es sich um ein etabliertes Unternehmen, welches in St. Gallen auch schon im Schlüsseldienst aktiv ist.» Ausschlaggebend war laut Huber zudem, dass die Protectas-Mitarbeiter ihren Dienst uniformiert versehen – im Gegensatz zum Personal anderer Anbieter, die Pro City ebenfalls prüfte. «Dies erscheint uns wirkungsvoller», hält Huber fest.

Erhard Schuller, Kundenberater bei Protectas, freut sich über das Interesse aus St. Gallen an City Patrol. «Wir bieten diese Dienstleistung bereits in Städten wie Zürich, Bern, Basel, Genf, Luzern oder Winterthur an», hält er fest. Die Vorzüge eines solchen Patrouillendienstes liegen laut Schuller in der raschen Interventionszeit sowie in einer spürbaren Senkung der Diebstähle in den so überwachten Geschäften. «Im Verbund mit anderen Massnahmen stellen wir in den Läden, die an City Patrol teilnehmen, eine Reduktion der Diebstähle um bis zu 50 Prozent fest.»

Kein Ersatz für die Polizei

Gemäss Josef Huber haben sich nach dem Schreiben von Pro City bereits sechs Geschäfte gemeldet, welche die Dienstleistung City Patrol in Anspruch nehmen wollen. Somit sei davon auszugehen, dass das Projekt zustande kommen werde, hält er fest. Wann genau die Patrouillengänge durch die beteiligten Läden starten werden, ist laut Huber noch offen. Er betont abschliessend: «Solche Patrouillen ersetzen in keiner Art die Arbeit der Polizei.»

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