INKLUSION: Mit Kultur gegen Tabus

Morgen beginnt an der FHS der Kulturzyklus «Kontrast» mit Cartoons, Musik, Film, Literatur und Tanz. Alle Werke stammen von Menschen mit einer Beeinträchtigung.

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Von Dienstag bis Samstag führt die Fachhochschule St. Gallen (FHS) wieder den Kulturzyklus «Kontrast» durch, an dem Menschen mit einer Beeinträchtigung ihr künstlerisches Schaffen zeigen. «Kontrast» startet morgen mit der Eröffnung der Ausstellung «Mit Behinderung ist zu rechnen – Cartoons von Phil Hubbe». Der Karikaturist hat Multiple Sklerose und zeichnet gemäss Mitteilung «behinderte Cartoons». Seine Zeichnungen sind «witzig und böse». Für Hubbe ist es die erste Ausstellung in der Schweiz. Er wird ausserdem live einen Cartoon zeichnen. Die Ausstellung ist danach bis 7. Dezember an der FHS zu sehen.

Im Film «24 Wochen», der am Mittwoch gezeigt wird, erfährt ein Paar, dass sein Kind mit dem Down-Syndrom und einem schweren Herzfehler zur Welt kommen wird. Es muss sich entscheiden, das Kind zu behalten oder doch abzutreiben. Nach der Vorführung findet ein Podiumsgespräch mit Ruth Bader, Betroffene und Vertreterin von Menschen mit degenerativen Muskelerkrankungen, und Filmredaktor Alex Oberholzer statt.

Literatur, Musik und Tanz

Am Donnerstag liest der österreichische Schriftsteller Erwin Riess aus seinem Roman «Herr Groll und die Stromschnellen des Tiber». Der Politikwissenschafter und Behindertenaktivist sitzt seit dem 26. Lebensjahr im Rollstuhl. Er stellt auch das Buch «Unerhörte Lust. Zur Sexualität behinderter und kranker Menschen» vor. Ein ungewöhnliches Mutter-Tochter-Duo tritt am Freitag auf: Lucy und Kika Wilke sind «Blind & Lame» – und haben diese Behinderungen. Für sie steht jedoch die Musik im Fokus.

Abgeschlossen wird der Kulturzyklus am Samstag von Alessandro Schiattarella. Eine seltene Krankheit stoppte seine Karriere auf den grossen Ballettbühnen. Sein Stück «Strano» handelt vom Leben mit Einschränkungen. Alle Veranstaltungen starten jeweils um 19.30 Uhr. (pd/dag)

www.fhsg.ch/kontrast