Initiative gegen Harmos zustande gekommen

ST.GALLEN. Wie der Verein "Starke Volksschule St.Gallen" mitteilt, ist die Volksinitiative "Ja zum Ausstieg aus dem Harmos-Konkordat" zustande gekommen. Der Verein sieht sich in seinen Bemühungen gegen den Lehrplan 21 bestätigt.

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Die HarmoS-Gegner glauben, dass mit dem neuen Lehrplan das Niveau in den Volksschulen sinkt. (Bild: Hannes Thalmann/Archiv)

Die HarmoS-Gegner glauben, dass mit dem neuen Lehrplan das Niveau in den Volksschulen sinkt. (Bild: Hannes Thalmann/Archiv)

Innert der geforderten Sammelfrist seien 6974 gültige Unterschriften zusammengekommen, wie es in einer Mitteilung des Vereins "Starke Volksschule St.Gallen" heisst. Nötig waren 4000 Unterschriften. "Wir weisen darauf hin, dass dies lediglich der erste Schritt auf unserem Weg zu einer Volksschule ohne Lehrplan 21 ist", heisst es. Der Verein hofft nun, dass das Erziehungsdepartement die Arbeiten zur Einführung des Lehrplans 21 bis zur Abstimmung einstellt.

Über die zweite geplante Initiative des Vereins hat das Verwaltungsgericht am 28. April entschieden und das Urteil am 4. Mai den Beteiligten zugestellt. Die Regierung begründete, dass mit der Mitgliedschaft im Harmos-Konkordat eine Initiative für einen "klaren und verständlichen Lehrplan" ungültig sei, da eine Einflussnahme auf das Volksschulgesetz nicht möglich sein. Der Verein "Starke Volksschule St.Gallen" schreibt dazu: "Wir sind überzeugt, dass ein Konkordat nicht als übergeordnetes Recht akzeptiert werden kann." (pd/rr)

Was sind HarmoS und Lehrplan 21?

Das Harmos-Konkordat ist die Grundlage für den neuen Lehrplan 21. Harmos fordert, die Lehrpläne der Kantone zu harmonisieren. Im Lehrplan 21 sollen die Lernziele für den Unterricht aller Stufen der Volksschule geregelt werden. Kantone, die dem Harmos-Konkordat angehören, sind verpflichtet, den Lehrplan 21 zu übernehmen. Im Kanton St. Gallen stimmten die Bürger 2008 wie in den meisten Kantonen für den Harmos-Beitritt. Einen Beitritt abgelehnt haben allerdings die Kantone Thurgau, Graubünden, Luzern und Appenzell Ausserrhoden. Die Gegner des Lehrplans 21 setzen sich aus Politikern verschiedener Parteien, aus Eltern, Lehrern, Lehrmeistern und Schulräten zusammen.

Der Lehrplan 21 ist der erste gemeinsamen Lehrplan für die Volksschule. Mit ihm setzen die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone den Artikel 62 der Bundesverfassung um, die Ziele der Schule zu harmonisieren. Die Verantwortlichen, die Deutschschweizer Erziehungsdirektorinnen und -direktoren, werden ihn voraussichtlich Ende 2014 freigeben. Dann entscheidet jeder Kanton gemäss den eigenen Rechtsgrundlagen über dessen Einführung. (nar)

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