Inhaftierter Zellweger hatte Rücktritt aus Amt angekündigt

BERNECK. Andreas Zellweger hat seinen Rücktritt vom Amt als Gemeindepräsident auf Ende März nächstes Jahr "aus persönlichen Gründen" angekündigt. Dies teilte er dem Gemeinderat bereits an der letzten Sitzung vom 28. April mit. Der Gemeinderat von Berneck macht diese Ankündigung erst jetzt öffentlich - man habe zuerst Rücksprache mit Zellweger nehmen wollen.

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Andreas Zellweger hat kurz vor seiner Verhaftung seinen Rücktritt angekündigt. (Bild: Rheintaler)

Andreas Zellweger hat kurz vor seiner Verhaftung seinen Rücktritt angekündigt. (Bild: Rheintaler)

Wie der Gemeinderat von Berneck in einem Communiqué weiter mitteilt, behalte sich der Gemeindepräsident Andreas Zellweger vor, den Rücktritt mit unmittelbarer Wirkung nach Verlauf des Verfahrens vorzunehmen.

"Persönliche Gründe"
An der letzten Gemeinderatssitzung vom 28. April teilte Gemeindepräsident Andreas Zellweger dem Gemeinderat seinen Rücktritt per 31. März 2016 mit. Für seine Rücktrittserklärung gab er "persönliche Gründe an" und machte darüber hinaus gemäss Mitteilung der Gemeinde Berneck keine weiteren Angaben. Den Rücktrittstermin habe er so gewählt, damit nach der Bürgerversammlung 2016 eine geordnete Übergabe erfolgen könne. Für vergangenen Montag 4. Mai sei vereinbart worden, dass Zellweger die Bevölkerung über seinen Rücktritt informiert. Infolge seiner Inhaftierung und der Unkenntnis des Gemeinderates über den Aufenthalt des Gemeindepräsidenten, wurde mit der Information der Bevölkerung betreffend seines Rücktritts zugewartet.

Am 5. Mai informiert worden
Wie der Gemeinderat Berneck in der Mitteilung weiter festhält, sei er am 5. Mai über Andreas Zellwegers Untersuchungshaft in Kenntnis gesetzt worden. Für Zellweger gelte weiterhin die Unschuldsvermutung.

Für den Gemeinderat sei unklar, ob ein Zusammenhang zwischen dem angekündigten Rücktritt und seiner Verhaftung bestehe. So habe der Gemeinderat entschieden, mit der Kommunikation des geplanten Rücktritts zuzuwarten. Die Medienmitteilung der Staatsanwaltschaft vom 7. Mai mit Bezug auf die Geschäftsführung der Politischen Gemeinde Berneck sei vom Gemeinderat Berneck mit Erleichterung zur Kenntnis genommen worden.

Nicht über Gründe informiert
Andreas Zellweger hat laut Mitteilung über die Staatsanwaltschaft schriftlich mit dem Gemeinderat Kontakt aufgenommen und darum gebeten, den Rücktritt wie geplant zu kommunizieren. Über die Gründe für die Inhaftierung habe er den Gemeinderat nach schriftlicher Nachfrage über die Staatsanwaltschaft bis jetzt nicht informiert.

Für den Gemeinderat und die Verwaltung von Berneck stehe zurzeit die Organisation von Übergangslösungen im Vordergrund.

In Untersuchungshaft
Seit acht Tagen sitzt der Bernecker Gemeindepräsident Andreas Zellweger in Untersuchungshaft, doch die Staatsanwaltschaft schweigt eisern über die Gründe. Bis jetzt ist unklar, was Zellweger vorgeworfen wird. Die Staatsanwaltschaft war mit ihrem Antrag für eine Untersuchungshaft beim regionalen Zwangsmassnahmenrichter abgeblitzt. Danach gelangte die Staatsanwaltschaft an die Anklagekammer des Kantons, worauf deren Präsident grünes Licht für die Untersuchungshaft gab.(pd/chs)

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