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Indios, Geld und unbekannte Seelen

Am Rande

Über Geld spricht man nicht? Daniel Lehmann und Wolfgang Giella schon. Zum Gossauer Finanzhaushalt taten sie es gar so ausdauernd, dass den rund 500 Gästen im Saal bereits der Kopf rauchte. Weit mehr interessierte das Publikum die persönlichen Budgets der Kandidaten. Daniel Lehmann liess keinen Zweifel daran, dass ihm das Amt des Stadtpräsidenten «eine Herzensangelegenheit, und damit etwas wert ist». Genauer gesagt 40 000 Franken. So viel investiere er aus eigenem Sack im zweiten Wahlgang. Das machte selbst Wolfgang Giella sprachlos. Aber nur kurz. Er sei halt kein Unternehmer und nicht so vermögend wie Lehmann, konterte er. Im ersten Wahlgang habe er 10 000 Franken investiert. Seine Limite für den zweiten Wahlgang müsse er erst noch festlegen.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Auch Daniel Lehmann, der unter anderem länger in Jordanien und Brasilien gelebt hat. Auf die Frage, was ihm am meisten geblieben sei von seinen Reisen, musste er nicht lange überlegen. Als er mit einem Indio auf dem Amazonas unterwegs war, habe er ihm von Europa und vom Schnee erzählt. Dies weckte beim Indio, der den Amazonas noch nie verlassen hat, Begehrlichkeiten. Er sagte, er wolle unbedingt mal Schnee sehen. Lehmanns Erkenntnis: Es gibt Momente, da Wissen unglücklich macht. Dann, wenn man weiss, dass man etwas nie im Leben erreichen kann.

Dass handkehrum Nichtwissen auch glücklich machen kann, bewies Wolfgang Giella. Die Frage, wie die Gossauerinnen und Gossauer ticken, konnte der Churer nicht beantworten. Er wisse es schlicht nicht. Bisher kenne er vielleicht 40 der 18 000 Einwohner, räumte Giella ein. Und jetzt zu sagen, er kenne «die Gossauer Seele», wäre vermessen. Schliesslich sei ja auch jeder Mensch anders. Eine diplomatische Antwort. Denn wer lässt sich schon gern von einem Auswärtigen sagen, wie er tickt?(cor)

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