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Indianer bilden Indianer aus

RORSCHACHERBERG.Ausgegrenzt und ausgebeutet von der Gesellschaft, haben die Indianer Südamerikas einen schweren Stand. Um das zu ändern, setzt sich das Ehepaar Trummer seit 12 Jahren für die Ureinwohner ein. Im Juni wandern sie nach Kolumbien aus.
Samuel Rothenfluh
Das Ehepaar Trummer verreist im Juni nach Kolumbien. Sie wollen die Lebensqualität der Ureinwohner Südamerikas verbessern. (Bild: Samuel Rothenfluh)

Das Ehepaar Trummer verreist im Juni nach Kolumbien. Sie wollen die Lebensqualität der Ureinwohner Südamerikas verbessern. (Bild: Samuel Rothenfluh)

Im Jahr 1992 reiste die Familie Trummer das erste Mal nach Südamerika: «Unser jüngster Sohn war damals erst eineinhalb Jahre alt, als wir nach Peru auswanderten», sagt Urs Trummer, Theologe, Pfarrer und ehemaliger Missionsleiter des Hilfswerks Indicamino. Ende April verreist das Ehepaar Trummer erneut – dieses Mal nach Kolumbien.

Indicamino ist ein christliches Missions- und Hilfswerk, das von Schweizern und Deutschen betrieben wird. Im Zentrum der Mission steht das Evangelium. Das Ziel: Indianer ausbilden, damit diese eigene Kirchgemeinden gründen und selbständig führen können. «Indicamino setzt auf Nachhaltigkeit und Ganzheitlichkeit», sagt Judith Trummer, Primarlehrerin und Missionarin.

Im Ausbildungszentrum La Antorcha werden die Indianer während 16 Monaten zu Pfarrern, Schreinern, Mechanikern und Kleintierzüchtern ausgebildet. Nach der Ausbildung sollen sie später ebenfalls zu Ausbildnern werden: «Unser Motto lautet: <Indianer bilden Indianer aus>», sagt Urs Trummer.

Familienzwiste und böse Geister

Um den Indianern zu helfen, müsse man erst die Situation der Indianer verstehen: «Die indigenen Völker Südamerikas werden oft vom Staat vernachlässigt und von der Gesellschaft ausgegrenzt», sagt Urs Trummer. Weitere Probleme seien die Ausbeutung durch die Wirtschaft und mangelnde Bildung. All das führe bei den Ureinwohnern zu einem entsprechend tiefen Selbstwertgefühl. «Dazu kommen zwischenmenschliche Konflikte, die sich oftmals zu Familienfehden und Blutrache-Akten entwickeln», sagt Trummer weiter. «Mit der Bibel können wir lehren, was es heisst, jemandem zu vergeben.»

Eine weitere Eigenheit bei den Indianern ist ihr ausgeprägter Geister-Glaube. «Ihre Welt ist durchdrungen von bösen Geistern und Dämonen. Diese Welt ist für die Indianer sehr real», sagt Urs Trummer. Dieser Glaube lasse die Indianer in ständiger Angst leben. Mit Geschenken und Opfergaben würden sie versuchen, die Geister zu besänftigen. «Um den Indianern die Angst zu nehmen, zeigen wir ihnen, dass sie im Vertrauen auf Gottes Hilfe keine Angst vor bösen Geistern haben müssen», fügt Urs Trummer hinzu.

In Extremsituationen, wie beispielsweise bei schwerer Krankheit eines Verwandten, müssten sich die Angehörigen entscheiden, von wem sie Hilfe erbitten – entweder von der Geisterwelt oder von Gott. «Das führt in den Familien oft zu bewegenden Momenten», fügt Urs Trummer hinzu.

Unterricht für die ganze Familie

«Mit unserem Projekt wollen wir die ganze Familie erreichen», sagt Judith Trummer. Die Familien würden zusammen in den Unterricht gehen. Frauen würden zusätzlich in Themen wie Hygiene, Ernährungslehre und Pflege unterrichtet. Mit dem vermittelten Wissen und dem Glauben an Gott als Beschützer würden die Indianer an sich selbst glauben können. Es sei schön anzusehen, wie sich die Indianer zu völlig anderen Menschen wandeln, sagt Urs Trummer. «Der Unterschied ist gewaltig.»

Am 12. Juni ist es so weit und das Ehepaar Trummer verreist nach Kolumbien. «Wir werden solange dort sein, wie wir können, und freuen uns, weiterhin diese sinnvolle Arbeit verrichten zu dürfen», sagt Urs Trummer. Die Wohnverhältnisse seien bescheiden: «Luxuriös ist unsere Unterkunft nicht. Aber wir können nicht klagen. Wir haben einen Kühlschrank und fliessendes Wasser», sagt Judith Trummer.

Spenden und weitere Informationen auf www.indicamino.org

Ausbildungszentrum La Antorcha. (Bild: Urs Trummer)

Ausbildungszentrum La Antorcha. (Bild: Urs Trummer)

Indianer in der Ausbildung. (Bild: Urs Trummer)

Indianer in der Ausbildung. (Bild: Urs Trummer)

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