In St. Fiden wird französisch gesprochen

In St. Gallen hört man selten jemanden französisch reden. Im Boulodrome ist es aber üblich, dass auch französisch gesprochen wird, besonders dann, wenn ein «Schusswettbewerb», der Concours de Tir, stattfindet.

Drucken
Teilen
Im Boulodrome findet der «Schusswettbewerb» statt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Im Boulodrome findet der «Schusswettbewerb» statt. (Bild: Hanspeter Schiess)

In St. Gallen hört man selten jemanden französisch reden. Im Boulodrome ist es aber üblich, dass auch französisch gesprochen wird, besonders dann, wenn ein «Schusswettbewerb», der Concours de Tir, stattfindet. Pétanque ist die Sportart der Südfranzosen, welche auch in der Westschweiz grosse Tradition hat. St. Gallen hat sich vor einem Jahr durch den Bau der Halle Boulodrome als Ostschweizer Pétanque-Hochburg etabliert. Es sind viele Französischsprechende im Boulodrome anzutreffen. Draussen vor der Halle sitzt man gemütlich zusammen und geniesst die Sonne oder vergnügt sich mit Freundschaftsspielen auf den grosszügig angelegten Aussenplätzen. Im Innern findet der deutschschweizerische «Schusswettbewerb» statt. Man hört nichts, ausser dem Aufeinanderprallen der Kugeln beim Wurf, denn während des Spiels wird nicht gesprochen. Die rund 50 Teilnehmer versuchen ihr Bestes, um die fünf verschiedenen Geschicklichkeitsaufgaben zu lösen und sich für die Viertelfinals zu qualifizieren. In der Halle ist eine gespannte Stimmung. Vorstandsmitglied Andrea Aemisegger spielt indessen eine Partie auf einem Aussenplatz. Für ihn ist Pétanque eine Art mentales Training. «Ich darf mich nicht ablenken lassen und muss den Fokus auf das Wesentliche setzten», sagt Aemisegger. Am Turnier muss die Balance zwischen Entspannung und Konzentration gefunden werden.

Die meisten Pétanque-Spieler sind eher älter. Das älteste Clubmitglied ist über 80. «In der Westschweiz hat Pétanque eine lange Tradition, so praktizieren dort im Vergleich zu hier in der Ostschweiz mehr junge Leute diesen Sport», sagt Vorstandsmitglied Daniel Felder. Das Ziel des Clubs ist es, zur Westschweizer Spitze aufzuschliessen. Diesem Ziel nähern sich die St. Galler zum Beispiel mit dem Bau einer Halle wie dem Boulodrome. Es war eine Gemeinschaftsarbeit, bei der viele Clubmitglieder einen grossen Beitrag geleistet haben. Mit dem Boulodrome ist die Basis für zukünftige Erfolge gelegt. (hck)

Aktuelle Nachrichten