In St. Fiden entsteht ein Haus für alle

Ein Haus, das allen Nationalitäten für vielfältige Aktivitäten offenstehen wird, entsteht in den nächsten Monaten an der Fidesstrasse 1. Am Samstag fiel der Startschuss für den Umbau des ehemaligen Kinderhorts in ein Solidaritätshaus.

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Baubeginn am Samstagmorgen an der Fidesstrasse 1. Der ehemalige Kinderhort wird zum Solidaritätshaus umgebaut. (Bild: Reto Voneschen)

Baubeginn am Samstagmorgen an der Fidesstrasse 1. Der ehemalige Kinderhort wird zum Solidaritätshaus umgebaut. (Bild: Reto Voneschen)

Es ist eine bunt gemischte Gruppe, die sich am Samstagvormittag vor dem gelben Häuschen an der Fidesstrasse versammelt hat. Gekommen sind Ältere und Junge. Gekommen sind viele, die ihre Wurzeln offensichtlich in anderen Kulturen haben. Gekommen sind Baufachleute und Laien. Gekommen sind die rund 50 Personen für den Startschuss zum Baubeginn am Solidaritätshaus. Nach einem Countdown mit guten Wünschen für die Zukunft des Projektes in zehn verschiedenen Sprachen beginnen die Abbrucharbeiten im Inneren des Gebäudes.

Gegen «soziale Kälte»

Der Trägerverein des Solidaritätshauses ist aus sozial engagierten und kirchlichen Kreisen zusammengesetzt. Er versteht das Projekt als Beitrag zur Integration. Entstehen soll gemäss Vereinspräsidentin Ursula Surber «ein Haus mit Herz und Gemütlichkeit». Es soll einen Kontrapunkt zu negativen Entwicklungen der letzten Jahre im Verhältnis zwischen Schweizern und Ausländern setzen. Und es soll ein Zeichen gegen «die soziale Kälte» sein, die sich in der Gesellschaft breit macht. Eröffnet wird das Haus im Frühsommer.

Den ehemaligen Kinderhort an der Fidesstrasse 1 hat die Stadt dem Verein Solidaritätshaus St. Gallen vermietet. Um die Miete tief zu halten, saniert und baut der Verein selber um. Mit Hilfe von Freiwilligen, vor allem aber mit Hilfe von Baufachleuten und Handwerkern, die ehrenamtlich oder zu stark reduzierten Preisen arbeiten. Finanziert wird der Umbau mit Hilfe von Beiträgen von Stiftungen und Privaten. Aus ähnlichen Quellen sollen später die Mittel für den Betrieb des Hauses kommen.

Offen für alle

Das Solidaritätshaus soll gemäss Ursula Surber und Marianne Jehle vom Trägerverein ein offenes Haus und ein Treffpunkt für alle sein. Für Migrantinnen und Migranten oder für Flüchtlinge genau so wie für Schweizerinnen und Schweizer oder die Bevölkerung des Quartiers. Es soll Raum für vielfältige Aktivitäten unter anderem von Migrantenvereinen bieten. Unter anderem soll darin künftig der Mittagstisch des Solidaritätsnetzes Ostschweiz stattfinden. Verwaltet wird das Solidaritätshaus nach seiner Inbetriebnahme durch eine gemischte Betriebsgruppe, die auch fürs Programm verantwortlich zeichnen wird.

Treffpunkt ist ein Bedürfnis

Vom Start der Umbauarbeiten zeigten sich die Organisatorinnen am Wochenende befriedigt. Den grossen Aufmarsch von Freiwilligen für den Umbaustart werten sie als Zeichen dafür, dass das Solidaritätshaus einem echten Bedürfnis entspricht. (vre)