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In Portugal das Glück gefunden

Manuel Kuster und Andrea Reinwald aus Eggersriet haben sich ihren Traum erfüllt: Sie wanderten nach Portugal aus und leben jetzt in einem Bauernhof. Dort wollen sie Selbstversorger werden und einen sanften Tourismus betreiben.
Livio Frey
Andrea Reinwald und Manuel Kuster vor ihrer mongolischen Jurte. Das traditionelle Zelt soll dereinst Gäste beherbergen. (Bild: Quinta Das Figueiras)

Andrea Reinwald und Manuel Kuster vor ihrer mongolischen Jurte. Das traditionelle Zelt soll dereinst Gäste beherbergen. (Bild: Quinta Das Figueiras)

EGGERSRIET. «Wir sind so glücklich, wie wir nur sein können», sagen Manuel Kuster und Andrea Reinwald. Das Pärchen wanderte im Sommer 2013 nach Vale de Prazeres aus, eine 1000-Seelen-Gemeinde im Distrikt Castelo Branco in Zentralportugal. Dort haben sie vor ihrem Abenteuer einen kleinen Bauernhof gekauft, eine sogenannte Quinta. Ziel sollte es sein, sich durch nachhaltige Landwirtschaft so weit wie möglich selber zu versorgen und später einen «sanften Tourismus» zu betreiben.

Schock bei der Ankunft

Blühende Zitrusbäume, selber produziertes Olivenöl und saftige Tomaten: Die beiden Eggersrieter haben in den bald zwei Jahren in Portugal schon einiges auf die Beine gestellt. Doch für ihren Lohn mussten die beiden auch viel leisten. So erlebte das Paar bei seiner Ankunft am ersten Juni einen Schock: «Alles war ausgetrocknet», sagt Andrea Reinwald. «Fast alle der im vorangegangenen Frühling gepflanzten Bäume waren der Trockenheit zum Opfer gefallen.» Als «lebensfeindlichen Raum» betitelte Manuel Kuster seine neue Heimat zynisch. Es folgte ein aussergewöhnlich heisser Sommer, weshalb mit Säen und Ernten zwei Monate lang nichts ging. «Die unerwarteten Umstände versetzten uns in eine grosse Trägheit», erinnern sich die beiden. Mit dem Regen im Spätsommer kam aber alles besser in Gang. So konnte das Pärchen bald erste Erfolge beim Anpflanzen von Bäumen verbuchen – und der Grundstein in Richtung Selbstversorgung gelegt werden.

Die mongolische Jurte steht

Mittlerweile ist der Gemüsegarten auf eine stattliche Grösse angewachsen, und auch ein Arboretum, eine Art botanischer Garten, ist in Bearbeitung.

Ein wichtiges, gleich zu Beginn verwirklichtes Projekt, war der Aufbau einer mongolischen Jurte. Das traditionelle Zelt (siehe Bild) sollte dem Pärchen als Zufluchtsstätte für den Winter dienen. «Denn auch in Portugal können die Nächte in den Wintermonaten sehr kalt werden», sagt Andrea Reinwald. In Zukunft soll die Jurte Gäste beherbergen. Dabei wollen sie einen «sanften Tourismus» betreiben. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun, wie etwa das Errichten einer Aussenküche und Dusche für den Gästebereich sowie einige Feinheiten an der neuen Komposttoilette. Für solche Aufgaben sind die beiden immer wieder auf der Suche nach ausgebildeten Fachleuten. «Wir würden Handwerkern Kost und Logis sowie eine sehr spezielle Zeit inmitten der wundervollen Natur bieten», sagt das Pärchen und hofft auf einige Interessierte.

Tauschen, aber nichts verkaufen

Auch wenn in jeder Saison mehr Obstbäume das Grundstück rund um die «Quinta das Figueiras» zieren, steckt das Projekt Selbstversorgung noch in den Kinderschuhen. «Bis alles soweit ist, dauert es eben eine Weile», sagt Manuel Kuster. «Zu zweit ist es nicht einfach.» Verkaufen wollen sie von ihrem Ertrag nichts, Tausch jedoch sei ein Thema. Anders sieht es aus, wenn sie später Feriengäste haben sollten: «Diese sind natürlich eingeladen, unsere Produkte frisch vom Garten abzukaufen.» Dazu zählen nebst Obst- und Gemüsesorten wie Aprikosen, Birnen oder Gurken ebenfalls Kräuter, Oliven, Eier und vieles mehr. Auch Wein und Likör wollen sie in Zukunft selbst herstellen. Das Pärchen geniesst nebst dem «angenehmsten Chef der Welt» – der Natur – auch die Zweisamkeit. «Wie verbringen mehr Zeit zusammen als je zuvor», sagen sie. «Und das Heimweh hält sich noch in Grenzen.» Nach einem Arbeitstag ist es zur Gewohnheit geworden, bei einem Gläschen Portwein zusammenzusitzen, um immer wieder festzustellen: «Wir haben es schon schön, nicht?»

www.quintadasfigueiras.org

Das Pärchen ist auf dem Weg zur Selbstversorgung.

Das Pärchen ist auf dem Weg zur Selbstversorgung.

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