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In die Migros auf Entdeckertour

Die sanierte Migros Neumarkt sorgt für Diskussionen und einige Kritik. Während der Laden etwa im «Saiten» humorvoll, aber gründlich zerpflückt wurde, ist die Migros zufrieden. Die grosse Mehrheit nehme den neuen Neumarkt positiv auf.
Sarah Schmalz
Die Migros Neumarkt ist seit zwei Monaten wieder geöffnet. Der sanierte Supermarkt erntete einige Kritik. (Bild: Urs Bucher)

Die Migros Neumarkt ist seit zwei Monaten wieder geöffnet. Der sanierte Supermarkt erntete einige Kritik. (Bild: Urs Bucher)

In der Migros Neumarkt ist seit dem Umbau alles anders. Das beginnt schon bei den Eingängen. Wer im Neumarkt 3 die gewohnte Rolltreppe ins Untergeschoss benutzt, stösst auf frisch verlegte Betonplatten. Erwischt man am Bleicheli den Eingang des Neumarkt 5, warten am Ende der Rolltreppen die Kassen. Klappschilder signalisieren, dass hier kein Einlass ist. Vor den Schildern herrschte hier grosse Verwirrung: Ein Security-Mitarbeiter war einzig damit beschäftigt, die Kunden weiter zu winken.

Glossen und Sketches

Zu reden gegeben hat seit der Eröffnung auch anderes: Kaum einer, der nach dem ersten Einkauf nicht von einer Odyssee berichten konnte, zu der die Suche nach Waschmittel oder der Butter geworden war. Viel unübersichtlicher als der alte sei der neue Neumarkt, kritisierten viele. Das Kulturmagazin «Saiten» widmete dem Laden den schmissigen Text «Lost in Supermarket», der den Planern vorwirft, einen «Intelligenztest in 3D» entworfen zu haben. In der verwinkelten Migros fehle ein Wegsystem, die Decke hänge zu tief und die Übersicht fehle, ist darin etwa zu lesen. Die Glosse löste im «Saiten»-Forum eine Diskussion um Pro und Kontra aus – und fand ihre Fortsetzung mit dem Text «Wo ist hier der Dübel?», der die Integration der «Do it yourself»-Abteilung kritisiert. Auch das Cabaret Sälewie hat sich von der neueröffneten Migros zu einer (Lach)-Nummer inspirieren lassen.

«Man identifiziert sich»

Andres Bühler, Mediensprecher der Migros, nimmt's gelassen. Er sei sogar fast ein bisschen stolz, dass so viel über den Neumarkt diskutiert werde, sagt er. «Das zeigt, wie sehr sich die St. Galler mit ihm identifizieren.» Dass die neue Migros kritisiert werden würde, hatte Bühler eben deshalb erwartet: «Das ist immer so, wenn sich Vertrautes ändert.» Und Bühler betont: «Wir erhalten weit mehr positive als negative Rückmeldungen.» Schriftliche Beanstandungen habe es seit der Eröffnung gerade mal eine Handvoll gegeben.

Bühler findet nicht, dass die Migros mit dem Umbau unübersichtlicher geworden ist. Der Neumarkt habe halt einen anspruchsvollen Grundriss, sagt er. Das habe sich mit der Renovierung nicht geändert. Während das Verkaufspersonal kurz nach der Eröffnung vielen Fragen und negativen Reaktionen ausgesetzt war, tendieren diese nach zwei Monaten laut Bühler gegen null. «Bald werden die St. Galler die Migros Neumarkt wieder im Schlaf kennen», ist Bühler überzeugt. Und bis dahin gebe es viele Kunden, denen es Spass mache, den neuen Laden zu erkunden. «Einige nehmen sich bewusst Zeit, um sich auf Entdeckertour zu machen.»

Besonders gut kommen laut Bühler die Käse- und die Fischtheke an, welche neu im Laden integriert sind. Sowie die neue Hausbäckerei, deren Backstube für die Kunden einsehbar ist. Auch das Selfscanning und das Self-Check-out würden gut angenommen, sagt Bühler. Ersteres allerdings ist nur mit einer Cumulus-Karte möglich. Was im «Saiten»-Forum kritisiert wird, begründet der Mediensprecher damit, «dass sich das Angebot an Kunden richtet, die regelmässig Grosseinkäufe tätigen.» Wer sich keine Cumulus-Karte zulegen wolle, könne immerhin an den Self-Check-out-Stationen selbständig bezahlen – allerdings auch hier nur bargeldlos.

Schilder sollen bald weg

Für die meiste Kritik sorgt tatsächlich das mit den Dübeln. Dass mit dem «Do it yourself» der einzige grosse Heimwerkerladen des Stadtzentrums verschwunden ist, sei Inhalt der allermeisten Negativ-Rückmeldungen, sagt Bühler. Der Mediensprecher kann die Kritik nachvollziehen. Zugunsten eines «zusammengefassten» Ladens habe die Migros ein kleineres Handwerksortiment aber bewusst in Kauf genommen.

Die Wegweiser bei den Kassen sollen übrigens in Kürze verschwinden. Seit der Entfernung des Baugerüstes sei die Migros auch beim Bleicheli ausreichend ausgeschildert, sagt Bühler. Zudem seien auch die Eingänge nur eine Frage der Gewöhnung. Und das Thema wohl bald gegessen.

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