Immer weniger, dafür immer grössere Kleinklassen

Das Stadtparlament hat gestern den Bericht des Stadtrates zum Postulat «Integrierte Schülerinnen- und Schülerförderung: Was bewirkt sie?» diskutiert und den Vorstoss abgeschrieben.

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Das Stadtparlament hat gestern den Bericht des Stadtrates zum Postulat «Integrierte Schülerinnen- und Schülerförderung: Was bewirkt sie?» diskutiert und den Vorstoss abgeschrieben. Karin Winter, Präsidentin der Bildungskommission, kritisierte, dass es sieben Jahre gedauert hat, bis der Bericht vorlag. Clemens Müller (Grüne) sagte, aus dem Bericht gehe hervor, dass es immer weniger Kleinklassen gebe in den Schulhäusern der Stadt. Die Kleinklassen würden aber ständig grösser. Zum Teil würden bis zu 15 Kinder in einer Kleinklasse unterrichtet, das sei problematisch – für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die Lehrpersonen, sagte Müller. Jennifer Deuel (FDP), die von Beruf Schulleiterin ist, sagte, es fehle in den Schulzimmern an Ressourcen, das sei schlecht.

Integration nicht um jeden Preis

Stefan Grob fragte im Namen der CVP/EVP/BDP-Fraktion in den Rat: «Was sind Kinder mit besonderem Förderbedarf?» Grob: «Sprechen wir hier einfach von lernschwachen Kindern oder von verhaltensauffälligen Kindern oder gar von Kindern mit einer Behinderung?» Und wenn von Kindern mit einer Behinderung gesprochen werde, könnten nicht alle in den gleichen Topf geworfen werden, sagte Grob. Man müsse es einmal klar und deutlich sagen, betonte der CSP-Mann: «Ziel der integrativen Fördermassnahmen ist es, die sogenannte <Haltekraft der Regelklasse> zu stärken.» Das Förderkonzept des Stadtrats lege mit einer «Separationsquote» fest, dass maximal 5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in einer Sonderschule untergebracht werden sollen, kritisierte Grob.

Lehrkräfte nicht involviert

Er bemängelte, dass bei der Evaluation dieses Jahr die Schulleiter, nicht aber die Lehrer befragt wurden. Schuldirektor Markus Buschor entgegnete Grob, bei der nächsten Evaluation seien die Lehrer an der Reihe. Buschor sagte sinngemäss auch, Separationsquoten seien nicht in Stein gemeisselt. (dwi)