Immer mehr Wohneigentum

Noch zählt die Stadt verhältnismässig viele Mieter. Doch der Anteil der Wohneigentümer nimmt zu. Vor allem in den vergangenen 15 Jahren ist die Eigentumsquote in der Stadt stark gestiegen, wie aktuelle Zahlen zeigen.

Roger Berhalter
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Kaufen statt mieten: Neubausiedlung in der Remishueb (im Hintergrund die Klinik Stephanshorn). (Bild: Hanspeter Schiess)

Kaufen statt mieten: Neubausiedlung in der Remishueb (im Hintergrund die Klinik Stephanshorn). (Bild: Hanspeter Schiess)

Städter sind Mieter. Das zeigt sich exemplarisch in der Stadt St. Gallen. Nur knapp 17 Prozent aller Privathaushalte zahlen hier keine Miete, sondern leben in Wohneigentum. Ein grosser Unterschied zum übrigen Kanton: Im Rheintal und im Toggenburg zum Beispiel liegt die Eigentumsquote bei rund 50 Prozent – und dies mehr oder weniger konstant seit 45 Jahren.

Der Trend ist eindeutig

Die Wohneigentumsquote bezeichnet gemäss kantonaler Statistik «den Anteil der Privathaushalte, die im selbst genutzten Wohneigentum leben». Diese Quote ist vor allem in der Stadt in den vergangenen 15 Jahren stark gestiegen. Betrachtet man den gesamten Wahlkreis St. Gallen, leben heute knapp 27 Prozent aller Haushalte in Wohneigentum. Das ist im Vergleich zum Kanton (41 Prozent) und zur Gesamtschweiz (37 Prozent) zwar immer noch wenig. Doch steigt im städtisch geprägten Wahlkreis St. Gallen die Eigentumsquote seit dem Jahr 2000 überdurchschnittlich an. Dies verdeutlicht ein Vergleich der aktuellen Werte mit den Volkszählungen von 1970 bis 2000 (siehe Grafik rechts). Während 1970 die Eigentumsquote im Wahlkreis noch 17 Prozent betrug (beziehungsweise 12 Prozent in der Stadt), liegt sie heute bei 27 Prozent (17 Prozent). Der Trend ist also eindeutig: Noch immer sind viele Städter Mieter. Aber die Wohneigentümer werden immer mehr.

Je grösser, desto Eigentümer

Als Faustregel gilt: Je mehr Zimmer eine Wohnung hat, desto eher ist ihr Bewohner auch ihr Besitzer. Während zum Beispiel bei den Zwei-Zimmer-Wohnungen in der Stadt die Eigentumsquote bei kaum zwei Prozent liegt, beträgt sie bei den Fünf-Zimmer-Wohnungen schon 35 Prozent, und bei sechs und mehr Zimmern sind es sogar fast 72 Prozent.

Mieter zahlen mehr

Dass in der Stadt immer mehr Wohneigentümer leben, dafür gibt es mehrere Gründe. Die Hypothekarzinsen sind nach wie vor tief, Hypotheken sind also billig zu haben, Eigentum ist nach wie vor erschwinglich. Ein weiterer Grund sind die steigenden Mietpreise, wie es in einem Bericht der kantonalen Fachstelle für Statistik heisst. Heute zahlen Stadtsanktgaller 20 Prozent mehr Miete als noch im Jahr 2000 (siehe Grafik links). Das allgemeine Preisniveau hingegen hat sich im gleichen Zeitraum nur um acht Prozent erhöht. «Die Mieterinnen und Mieter müssen also auch relativ betrachtet mehr für den Wohnraum bezahlen, was den Trend zum Erwerb von Wohneigentum verstärkt haben dürfte», schreibt die Statistik-Fachstelle.

Eine Wohnung für 200 Franken

Betrachtet man die Mietpreise aus heutiger Sicht, stösst man auf bemerkenswerte Zahlen. So kostete eine Drei-Zimmer-Wohnung in der Stadt St. Gallen im Jahr 1970 gerade einmal 200 Franken im Monat. Heute sind es durchschnittlich 1122 Franken. Doch noch immer liegen die Mietpreise in St. Gallen deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt. Dies mag ein Grund dafür sein, weshalb viele Städter nach wie vor Mieter sind.