IMKEREI: Den Bienen zuliebe

Alice Oberli beherbergt in ihrem Garten in Rorschacherberg ein Bienenvolk. Ihre Freude und ihr Wissen über die kleinen Tierchen will sie nun in einem Imkerkurs weitergeben.

Alain Rutishauser
Drucken
Teilen

Alain Rutishauser

alain.rutishauser@tagblatt.ch

Im Garten von Alice Oberli an der Wiggenrainstrasse in Rorschacherberg deutet zurzeit nicht viel darauf hin, dass hier ein Bienenvolk zu Hause ist. Wegen der Kälte halten sich die Tierchen in einer Bienenkugel auf. «Bei Temperaturen unter 12 Grad würden die Bienen in eine Kältestarre verfallen und sofort sterben», erklärt Alice Oberli. Auch ohne Bienen gibt es genug Interessantes in ihrem Garten zu beobachten. Eine Gruppe Stare streitet sich im Vogelhäuschen hinter dem Haus um das letzte Futter und ein Türkentauben-Pärchen schmust auf einem Ast.

Vor rund acht Jahren begann Alice Oberli mit der Imkerei. «Ich interessierte mich schon lange für das Thema Bienen», erinnert sich Oberli. Sie wusste aber nie, wo und wie sie beginnen sollte. Dann besuchte sie zwei Jahre lang einen Imkerlehrgang. «Ich merkt, dass die Herangehensweise im Lehrgang die Falsche war für mich.» Statt zu lernen, wie mit wenig Aufwand möglichst viel Honig gewonnen werden konnte, wollte sie etwas Gutes für die Bienen und etwas gegen das Bienensterben tun. «In der Stadt ist es mittlerweile bienenfreundlicher als auf dem Land», sagt Oberli. «Die Pestizide und die Abholzung nehmen den Bienen ihren Lebensraum und Bestäubungsmöglichkeiten.»

Die Bienenkugel als Wohlfühloase

Sie lernte Andreas Heidinger, den Erfinder der Bienenkugel, kennen. So eine steht nun bei ihr im Garten. «Bienen bauen ihre Nester normalerweise in runden Baumhöhlen. Die Bienenkugel passt sich durch ihre Form an die Bienen an», erklärt Oberli. «Sie fühlen sich dort drin wohl.» Auch bei rechteckigen Stöcken würden die Tierchen runde Waben bauen, die Ecken bleiben dann meistens leer. «Dort ist es weniger feucht und kälter, das wirkt sich auf das Wohlbefinden der Bienen aus.» Im vergangenen Jahr lernte Alice Oberli dann auch Undine Westphal aus Hamburg kennen. «Sie hat in Hamburg eine Schulimkerei aufgebaut und unterrichtet von der 3. bis zur 7. Klasse Imkerei», sagt Oberli. Mit der Klasse werden über mehrere Jahre hinweg Bienenvölker gepflegt und gezüchtet. Auch sie benutzen dafür die Bienenkugel. «Eine schöne Geschichte und ein Projekt, das nicht nur einige Wochen dauert.»

Imkerkurs im eigenen Garten

Im Januar kam Alice Oberli die Idee, einen Imkerkurs auf die Beine zu stellen. «Ich wollte meine Freude für die Bienen weitergeben», erklärt Oberli. Die Freude war gross, als nach kurzer Zeit zahlreiche Anmeldungen eingingen. «Von akademischen Leuten über junge Leute, die etwas Gutes tun wollen, bis hin zu den klassischen Naturfreaks ist alles vorhanden.»

Der Kurs besteht aus zwei Teilen. Einerseits ist am 18. und 19. März die Referentin Undine Westphal zu Gast im Haus zum Seeblick in Rorschacherberg. «Der erste Tag ist ausschliesslich für Frauen gedacht, der zweite dann für jedermann.» Andererseits findet im April, wenn es wärmer geworden ist, im Garten von Alice Oberli ein Praxistag statt. Dort wird neben Undine Westphal auch Andreas Heidinger vor Ort sein und seine Bienenkugel vorstellen.

Hinweis

18./19. März Vortrag, 22./23. April Praxistag, Wiggenrainstrasse 23, Rorschacherberg, Anmeldungen: alice.oberli@hispeed.ch