«Im Sittertobel braucht es keine Luxusbauten»

Schon bald beginnt das OpenAir St. Gallen. Festivalleiter Christof Huber äussert sich zu den Vorbereitungen und sagt, warum er im Sittertobel keine Luxus-Schlafplätze haben möchte. In drei Wochen beginnt das OpenAir St. Gallen. Wie weit sind die Aufbauarbeiten?

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Christof Huber Leiter und Programmchef OpenAir St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)

Christof Huber Leiter und Programmchef OpenAir St. Gallen (Bild: Coralie Wenger)

Schon bald beginnt das OpenAir St. Gallen. Festivalleiter Christof Huber äussert sich zu den Vorbereitungen und sagt, warum er im Sittertobel keine Luxus-Schlafplätze haben möchte.

In drei Wochen beginnt das OpenAir St. Gallen. Wie weit sind die Aufbauarbeiten?

Wir sind im Zeitplan. Das Wetter ist viel besser als im vergangenen Jahr, was die Arbeiten erleichtert. In den nächsten Tagen beginnen wir damit, die Hauptbühne und die grossen Zelte aufzubauen.

Am OpenAir St. Gallen gab es einst grosse Tipi-Zelte als Gruppenunterkünfte. Das Open Air Frauenfeld bietet nun in diesem Jahr eine Mansion mit 400 Quadratmetern für rund 40 000 Franken und sogenannte Favelas an. Sind solche Angebote in Zukunft auch im Sittertobel denkbar?

Wir beobachten diese Entwicklung schon länger. Am «Glastonbury» in England beispielsweise gibt es Jurten, am Coachella-Festival in den USA werden für VIPs sogar ganze Wohnhäuser oder Swimmingpools vor der Bühne aufgebaut. Wir haben zwar Hüsli für unsere Baucrew, Wohnungen für Festivalbesucher aufzustellen ist aber kein Thema.

Warum nicht?

Wir haben durch das hügelige Gelände ganz andere Rahmenbedingungen. Der Platz für Zelte ist ausserdem beschränkt. Wenn wir Zeltplätze streichen würden, um Luxushäuser mit Gärten aufzubauen, würden das die Besucher nicht verstehen. Und das typische Camping-Gefühl ginge verloren.

Sie haben den VIP-Bereich vor einem Jahr aber auch ausgebaut.

Ja, aber nicht auf Kosten der gewöhnlichen Besucher. Wir wollen im Sittertobel keine Zweiklassengesellschaft. Wenn die VIP-Auswüchse solche Dimensionen wie im Ausland annehmen, ist das nicht mehr normal.

Haben denn in den vergangenen Jahren die Bedürfnisse der Besucher oder Sponsoren nach mehr Komfort zugenommen?

Die Ansprüche an die Infrastruktur haben sich verändert. Das betrifft aber vor allem die Toiletten, Handy-Ladestationen oder den Lieferservice für Getränke. Mehr Luxus wollen und brauchen unsere Besucher nicht. Das hat sich im vergangenen Jahr gezeigt, als sie trotz fatalem Wetter bis zum Schluss gefeiert haben. Unser Publikum ist hart im Nehmen. (dag)

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