Im Schulhaus bröckelt und tropft es

Wie es um die Schulanlage Dorf aktuell steht, darüber können sich die Bürger morgen Samstag ein eigenes Bild machen. Im November wird über den 27-Millionen-Neubau abgestimmt.

Angelina Donati
Merken
Drucken
Teilen
Feuchte Wände, veraltete Infrastruktur und zu wenig Platz im Werkraum. (Bild: (Ralph Ribi))

Feuchte Wände, veraltete Infrastruktur und zu wenig Platz im Werkraum. (Bild: (Ralph Ribi))

Die Zeit hat in den beiden Schulhäusern Dorf und im danebenliegenden Pavillon sichtlich ihre Spuren hinterlassen. Im «alten» Schulhaus sind die Wände feucht, der Putz bröckelt ab, die Fenster sind undicht und verpuffen Energie nach draussen – die Mängel, die der Schulrat und das Lehrerteam aufzählen, scheinen schier endlos. Um sich vor Ort ein eigenes Bild über die Räume zu machen, nutzten einige Bürger den ersten von zwei Tagen der offenen Tür, der am vergangenen Montag stattfand.

Die marode Bausubstanz macht allerdings nur einen Teil der Aufzählung aus, wie sich die Besucher von den Lehrern an verschiedenen Posten erklären liessen. Sie nämlich beklagen die veraltete Infrastruktur, fehlende Räume für Gruppenarbeiten und Materialien. Im altehrwürdigen Kellergeschoss, welches einst als Museum diente, können heute der Umstände halber lediglich Lehrmittel gelagert werden. Und dies wegen des schlechten Mauerwerks nur für kurze Zeit und nur mit einem Entfeuchtungsgerät. «Dabei braucht die Primarschule Dorf mit ihren 140 Schülern dringend mehr Platz», sagen die Lehrpersonen.

Ausserdem seien die Räume derart ringhörig, dass man selbst das kleinste Geräusch wahrnehme. «Das lenkt die Kinder rasch ab», sagt eine Lehrerin. Die Redewendung «bis sich die Balken biegen» bewahrheitet sich beim Rundgang ins Dachgeschoss des über 140jährigen Schulhauses. Die Grundpfeiler haben sich gesenkt und tragen die Dachkonstruktion nicht mehr. «Ein Sicherheitsrisiko besteht aber nicht», versichert Schulrat Boris Schedler. Einmal pro Jahr werde der Dachstock kontrolliert.

Von anderen Klassen abgeschottet

Auch im Pavillon nebenan scheinen die Begebenheiten nicht einfach zu sein. «Wegen der fehlenden Isolation ist es im Sommer zu heiss und im Winter zu kalt», erklärt eine Lehrerin, die im über 45jährigen Provisorium eine Unterstufenklasse unterrichtet. Oft müssten im Sommer Trinkpausen eingelegt und der Unterricht nach draussen verschoben werden. Ausserdem sei man in diesen Räumen von den anderen Klassen und Lehrern abgeschottet, was aus pädagogischer Sicht wenig vorteilhaft sei.

Das «neue» Schulhaus, etwas über 100jährig, befindet sich vergleichsweise in einem um einiges besseren Zustand. Aber auch hier fehlen laut den Lehrern Gruppenräume. Und die Unterrichtsräume in der ehemaligen Wohnung des Hauswarts seien alles andere als zweckmässig.

Das Beste herausgeholt habe man in der Turnhalle, die nicht mehr den Sicherheitsanforderungen entsprach. Sie dient heute als Bibliothek und Lernatelier. Dennoch wünschten sich die Lehrer wieder eine Turnhalle direkt bei der Schulanlage und auch eine Aula. Nur schon, um die Unterrichtszeit optimal ausschöpfen zu können. Da es sich um mehrere, teils weit auseinanderliegende Gebäude handelt, wird auch die jeweilige Erstellung des Stundenplans als Kraftakt bezeichnet.

Projekt über sechs Jahre lang ausgearbeitet

Um nicht falsche Weichen zu stellen, wurden lange Zeit keine baulichen Investitionen getätigt. Von 1997 bis 2010 sei die Langfristplanung durch die Diskussion um die Basisstufe erschwert worden, wie Boris Schedler sagt.

Am 27. November stimmen die Bürger nun über einen Neubau im Grüntal ab. Diesem geht eine sechsjährige Planung voraus. Zum 27-Millionen-Projekt gehören ein Schulhaus für acht Klassen, ein Dreifachkindergarten, eine Dreifachturnhalle sowie Freifläche für Spiel und Sport.

Tag der offenen Tür, morgen Sa, 9 bis 11 Uhr, Schulanlage Dorf

Der Platz im Lehrerzimmer reicht längst nicht mehr für alle 20 Personen aus. (Bild: (Ralph Ribi))

Der Platz im Lehrerzimmer reicht längst nicht mehr für alle 20 Personen aus. (Bild: (Ralph Ribi))

Im «alten» Schulhaus haben sich die Grundpfeiler gesenkt. Bilder: Ralph Ribi (Bild: (Ralph Ribi))

Im «alten» Schulhaus haben sich die Grundpfeiler gesenkt. Bilder: Ralph Ribi (Bild: (Ralph Ribi))

Die Unterrichtsräume in der ehemaligen Hauswartwohnung sind nicht zweckmässig. (Bild: (Ralph Ribi))

Die Unterrichtsräume in der ehemaligen Hauswartwohnung sind nicht zweckmässig. (Bild: (Ralph Ribi))