Im Frauenpavillon braucht es keine Bewilligung

Nachgefragt

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Die "Revolution 9000" hat die "Bünzlis" im Visier. (Bild: facebook)

Die "Revolution 9000" hat die "Bünzlis" im Visier. (Bild: facebook)

Dario Aemisegger, Gründer und Organisator des Weihern-Festivals, lädt zusammen mit Gleichgesinnten auf den 7. Juni «zur Revolution gegen die Diktatur der Bünzlis» in den Stadtpark ein (Tagblatt von gestern). Dies als Reaktion darauf, dass Lärmklagen einzelner Anwohner letztlich dazu geführt haben, dass das Festival für diesen Herbst von Dreilinden in die Grabenhalle verschoben werden muss. Für die Durchführung der Aktion «Revolution 9000» ist bei der Stadtpolizei bisher kein Bewilligungsgesuch eingegangen. Wieso ein solches allenfalls gar nicht nötig ist, erklärt Polizeisprecher Roman Kohler auf Nachfrage.

Hat die Stadtpolizei Kenntnis von der «Revolution 9000»?

Ja, die Stadtpolizei St. Gallen hat Kenntnis von der geplanten Veranstaltung am 7. Juni im Stadtpark.

Liegt dafür bereits ein Gesuch bei der Stadt?

Nein, aktuell hat bei uns noch niemand um eine Bewilligung dafür nachgesucht. Darum wissen wir im Moment auch nicht mehr als die Öffentlichkeit dazu, was im Detail geplant ist.

Muss so ein Anlass denn in jedem Fall bewilligt werden?

Bewilligungspflichtig sind Veranstaltungen auf jeden Fall, wenn sie auf öffentlichem Grund und Boden durchgeführt werden. Ob das hier der Fall ist, ist derzeit noch unklar. Die Veranstaltung soll ja im Frauenpavillon stattfinden.

…und wieso braucht es im Frauenpavillon keine Bewilligung?

Wenn die Veranstaltung in privaten Räumen stattfindet, ist sie nicht unbedingt bewilligungspflichtig. Wir empfehlen Veranstaltern jedoch immer, mit uns Kontakt aufzunehmen. Dann können wir die Details besprechen und auch abschliessend prüfen, ob eine Bewilligung nötig ist oder nicht.

Der Anlass der «Revolution 9000» richtet sich auch gegen die Bewilligungspraxis von Anlässen durch die Gewerbepolizei. Hat die Polizei kein Problem damit, so einen Anlass sicherheitstechnisch zu begleiten?

Nein. Wir gehen einerseits gemäss derzeitigem Stand nicht davon aus, dass diese Veranstaltung Probleme verursachen wird. Das Ganze soll ja auch gemäss der Ankündigung friedlich ablaufen. Anderseits dürfen bei uns an öffentlichen Anlässen alle sagen, was sie denken. Die Polizei hat bei der Prüfung von Bewilligungen beispielsweise von Kundgebungen solche Inhalte nicht zu werten, solange sie sich im Rahmen der Legalität bewegen. (vre)

Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei (Bild: pd)

Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei (Bild: pd)

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