Ihre Herzen schlagen für Salsa

Tagsüber arbeiten sie in einem Büro und einer Molkerei, abends sind sie Gastgeber im «Mi Corazoncito»: Rahel Düsel und Bakri Omar haben im Linsebühl eine Salsa-Bar eröffnet.

Anina Rütsche
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Traum verwirklicht: Rahel Düsel und Bakri Omar im «Mi Corazoncito». (Bild: Anina Rütsche)

Traum verwirklicht: Rahel Düsel und Bakri Omar im «Mi Corazoncito». (Bild: Anina Rütsche)

Feierabend, das bedeutet für Rahel Düsel und Bakri Omar: Ab in die eigene Salsa-Bar. Seit Oktober betreiben die beiden das «Mi Corazoncito» im Linsebühl-Quartier – vorerst nebenberuflich, «als grosses Hobby», wie sie sagen. Das Lokal besteht aus zwei Teilen. In der Nähe des Eingangs laden Tische und Stühle zum Verweilen ein. Weiter hinten befindet sich eine Bar mit Drinks und Tapas. Und natürlich eine geräumige Tanzfläche, wo regelmässig Salsakurse und Workshops stattfinden.

«Mi Corazoncito» bedeutet auf Deutsch «Mein Herzchen». «Ja, es steckt viel Herzblut im <Mi Corazoncito>», schwärmt Rahel Düsel, die tagsüber in einem Büro arbeitet und abends hinter der Bar steht. Auch ihr Partner, der aus dem Sudan stammt und seit über zehn Jahren in der Ostschweiz lebt, ist hauptberuflich als Angestellter tätig. Doch nach Arbeitsschluss wird aus dem Molkereimitarbeiter ein leidenschaftlicher Tänzer und DJ. Schon früh sei er mit Elementen des Salsa in Berührung gekommen, und diese Faszination begleite ihn bis heute, sagt Omar. «Die Ursprünge dieses Tanzstils – die rhythmischen Bewegungen und das Gemeinschaftsgefühl – haben nämlich afrikanische Wurzeln.»

Eigenhändig eingerichtet

«Früher haben wir jeweils an wechselnden Orten Salsa-Events organisiert», erklärt das musikbegeisterte Paar. «So konnten wir Kontakte zu anderen Fans und Tänzern knüpfen, die nun zu unserer Stammkundschaft zählen.» Am Konzept für ihre Bar haben Rahel Düsel und Bakri Omar während längerer Zeit herumgetüftelt. «Wir wollten einen Ort erschaffen, an dem sich Leute verschiedener Kulturen zu Hause fühlen», sagen sie. Als sie Mitte 2012 eine Lokalität in der Nähe des Stadtzentrums fanden, die ihren Vorstellungen entsprach, nahmen sie den Um- und Ausbau in Angriff. «Wir haben alles selbst gemacht», sagt Omar und lässt seinen Blick über die Einrichtung in Schwarz, Weiss, Pink und Gold schweifen. «Einige unserer Freunde haben uns dabei unterstützt.» Bakri Omar, in der Salsa-Szene bekannt als «DJ Africando-Omar», hat sogar das massive Gestell selbst gezimmert, auf dem die Turntables thronen.

Tanz-Marathon im Februar

Am 9. Februar veranstalten die zwei Salsa-Fans den ersten Grossanlass im eigenen Lokal: Einen Tanz-Marathon. «Dieser steht allen offen, die viel Ausdauer haben», sagt Rahel Düsel lachend. Getanzt werde während fünf Stunden und zu verschiedenen Musikstilen. Neben Salsa gehören beispielsweise auch Merengue und Reggaeton zum Programm. «Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen ständig in Bewegung sein», sagt Bakri Omar. «Das Tanzpaar, das am längsten durchhält, gewinnt einen Preis.» Die Anmeldefrist läuft noch bis morgen. «Wir hoffen natürlich, dass sich viele Leute vom Salsa-Fieber anstecken lassen.»

Anmeldung zum Tanz-Marathon: www.mi-corazoncito.com Öffnungszeiten: Do: 18.30–24.00 Uhr; Fr und Sa: 20.00–1.00 Uhr.

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