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IDENTITÄT: Ins rechte Licht rücken

Der Verein Weltkulturerbe St. Gallen will den Stiftsbezirk besser präsentieren und vermarkten. Stadt und Kanton lassen sich das einiges kosten. In diesem Jahr werden nun erste Massnahmen umgesetzt.
Elisabeth Reisp
Der Verein Weltkulturerbe St. Gallen will den Stiftsbezirk künftig koordinierter vermarkten, aber auch besser schützen. Touristischen Mehrwert generierte zum Beispiel auch die Lichtshow von Gerry Hofstetter. (Bild: Hannes Thalmann (25. Februar 2008))

Der Verein Weltkulturerbe St. Gallen will den Stiftsbezirk künftig koordinierter vermarkten, aber auch besser schützen. Touristischen Mehrwert generierte zum Beispiel auch die Lichtshow von Gerry Hofstetter. (Bild: Hannes Thalmann (25. Februar 2008))

Elisabeth Reisp

elisabeth.reisp

@tagblatt.ch

Label verpflichtet. Die Auszeichnung des Stiftsbezirks zum Unesco-Weltkulturerbe ist ein solches Label. Kanton, Stadt und katholischer Konfessionsteil haben sich vor drei Jahren dazu entschieden, einen Verein zum Erhalt, zum Schutz und zur Positionierung des Stiftsbezirks zu gründen. In dieser Zeit hat der Verein einen Managementplan für das Weltkulturerbe in St. Gallen ausgearbeitet, der die Kompetenzen, Vereinbarungen und die rechtlichen Grundlagen definiert. Darin sind aber auch Ziele und Massnahmen aufgeführt, die es zu realisieren gilt. In diesem Jahr sollen nun erste Massnahmen umgesetzt werden. Die Stadt investiert dafür 144 300 Franken.

Ab 1850 Lücken in der Geschichte

Mit konkreten Zielen und Massnahmen für die nächsten Jahre sollen Schutz und Pflege des Stiftsbezirkes verbessert werden. Der Massnahmenkatalog ist in fünf Bereiche gegliedert: rechtliche Schutzinstrumente; Erschliessung und Erforschung; Erhaltung und Schutz; Kommunikation, Vermittlung und Tourismus; Organisation und Koordination. Was sich trocken anhört, verbirgt brisante Details. So ist etwa die Baugeschichte des Stiftsbezirks nicht so lückenlos dokumentiert, wie man meinen könnte.

Insbesondere ab 1850 wurden bauliche Massnahmen nicht mehr detailliert nachgeführt, sondern nur noch summarisch, sagt Jennifer Abderhalden. Die Direktionssekretärin Inneres und Finanzen ist Vizepräsidentin des Vereins und eine von zwei Vertretungen der Stadt St. Gallen im Verein Weltkulturerbe.

Auch der Archäologie wurde noch nicht genügend Rechnung getragen. Es gibt offenbar noch kein Inventar aller archäologischen Funde im Stiftsbezirk. Alle Dokumentationen sollen digitalisiert werden. Auch die über den Rechtsweg erstrittenen Grabungsdokumentationen von Archäologieprofessor Rudolf Sennhauser in die Kantonsarchäologie sollen in diesem Zusammenhang erfasst werden. Kurz: Alles, was über die Baugeschichte rund um die Kathedrale je erforscht wurde, soll zusammengeführt und lückenlos aufgearbeitet werden.

Der Verein stellt für die Aufarbeitung der Baugeschichte 300 000 Franken zur Verfügung und beauftragt eine externe Fachkraft. Auf einer Online-Plattform sollen die Ergebnisse dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Bessere Rechtsgrundlage und besseres Marketing

Auch die rechtlichen Grundlagen zum Schutz des Weltkulturerbes sind augenscheinlich optimierungsbedürftig. Der Managementplan sieht hier einige Veränderungen vor, die teilweise schon in Bearbeitung oder umgesetzt sind, wie beispielsweise der Erlass neuer Schutzregelungen im neuen Kulturerbegesetz.

Im weiteren sieht der Verein auch Handlungsbedarf im Bereich Kommunikation, Vermittlung und Tourismus. Der Stiftsbezirk werde zurzeit auf Basis befristeter Leistungsaufträge auf Projektebene vermarktet, was unbefriedigend sei, ist im Managementplan festgehalten. Künftig muss die Vermarktung auf der Grundlage eines touristischen Konzepts, das auf die Eigentümer und das Leben im Stiftsbezirk Rücksicht nimmt, und mit langfristiger Zielorientierung geschehen.

In einem ersten Schritt werden in diesem Jahr fünf Vorhaben realisiert. Es sind dies: Aufarbeitung der Baugeschichte, Signaletik, Verbesserung der Vermittlung, Gebäudeinformationsplattform sowie Konzept Sicherstellungsdokumentation. Die Stadt St. Gallen wendet dafür Beträge in verschiedener Höhe auf. «Der Kostenschlüssel für die verschiedenen Massnahmen beträgt nicht einfach je ein Drittel für Stadt, Kanton und katholischen Konfessionsteil. Vielmehr wird nach Nutzniessung aufgeschlüsselt», sagt Jennifer Abderhalden. Aus diesem Grund könne eine Partei Massnahmen ablehnen, wenn sie diese als nicht sinnvoll erachte.

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