Ideen für ein lebendiges Wienacht

Mit einem Gemeindebus, dem Abtausch von Bauland und einem Treffpunkt im alten Bahnhof will die Projektgruppe «Entwicklungschancen für Wienacht» die Attraktivität von Wienacht steigern. Nun hat sie ihre Ideen der Bevölkerung präsentiert.

Michael Genova
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Sie wollen Wienacht attraktiver machen (von links): Rolf Junkert, Andreas Tonner, Gemeinderätin Esther Albrecht, Kantonsrätin Andrea Zeller Nussbaum, Markus Will und Gemeindepräsident Werner Meier. (Bild: mge)

Sie wollen Wienacht attraktiver machen (von links): Rolf Junkert, Andreas Tonner, Gemeinderätin Esther Albrecht, Kantonsrätin Andrea Zeller Nussbaum, Markus Will und Gemeindepräsident Werner Meier. (Bild: mge)

WIENACHT. Anfang März traf sich die Projektgruppe «Entwicklungschancen für Wienacht» erstmals. Drei Monate später zieht Markus Will, der Leiter der Arbeitsgruppe, eine hoffnungsvolle Bilanz: «Wir haben keinen Nachteil entdeckt, den wir nicht lösen könnten.» Die Gruppe hatte sich zum Ziel gesetzt, Vorschläge zu entwickeln, wie man den Lutzenberger Ortsteil Wienacht attraktiver gestalten kann.

Gemeinde soll Bus anbieten

Als Grundlage für ihre Vorschläge dienten der Projektgruppe eine Ortsbegehung sowie Gespräche mit Bevölkerungsgruppen. Die Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Einkaufsmöglichkeiten sowie die Schulsituation sind die Fragen, welche die Bevölkerung am stärksten bewegen. Die Projektgruppe schlägt deshalb vor, einen Gemeindebus einzurichten. Dieser könnte Wienacht mit Grub und Heiden, Thal und Rheineck sowie mit Lutzenberg verbinden. «Wenn wir keine Doppelspur erhalten, müssen wir über Alternativen nachdenken», sagt Markus Will. Auch einen Ausbau des Nachttaxis müsse man in Betracht ziehen. Vor allem bei Jungen sei dieses Angebot beliebt.

Verbesserungsbedarf ortet die Gruppe auch bei der Qualität des Baulands. «Wir haben zwar genügend Bauland, aber nicht genügend gutes», so Will. Die Gemeinde soll deshalb einen Landabtausch «besseres Bauland» in Wienacht schaffen. In diesem Zusammenhang schlägt die Projektgruppe vor, eine Ortsanalyse für den gesamten Ortsteil zu erstellen. Für Wienacht Dorf wurde eine solche Studie bereits Ende Januar vorgestellt.

Positive Signale gibt es von den Appenzeller Bahnen bezüglich der Nutzung des alten Bahnhofsgebäudes. Die Projektgruppe schlägt vor, dort einen Treffpunkt einzurichten. Die Chancen stünden gut, dass sich der Gemeinderat und die Bahnen auf einen «niedrigen Preis» verständigen könnten, so Will.

Mangel an Parkplätzen

In der anschliessenden Diskussion beklagten mehrere Bürger, dass es an Parkplätzen für Besucher mangle. Markus Will versprach, das Thema in die Empfehlungen der Projektgruppe aufzunehmen. Einige Votanten wiesen auf den mangelhaften Handyempfang in Teilen Wienachts hin, andere forderten eine bessere Versorgung mit schnellem Internet. Kritisch hinterfragt wurde die Idee eines öffentlichen Treffpunkts. «Wäre ein Treffpunkt überlebensfähig?», fragte ein Bürger und verwies auf die Restaurants, die schliessen mussten. Auf Anklang stiess hingegen die Idee einer «Wienachts-App» oder einer «Whatsapp»-Gruppe, über die Einwohner via Smartphone vernetzt sind.