«Ich will ein Wir-Gefühl erzeugen»

ST.GALLEN. Der 34-Jährige Andreas Stadelmann ist einer von sechs Anwärtern für die ESC-Finalsendung in Kreuzlingen. Als Andy McSean wird der Sänger am 31. Januar versuchen, die Zuschauer von seiner Musik zu überzeugen und für ihn abzustimmen.

Alexandra Pavlovic
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Andreas Stadelmann alias Andy McSean muss sich am 31. Januar gegen fünf Konkurrenten in der Kreuzlinger Bodensee Arena behaupten. (Bild: Thomas Huf)

Andreas Stadelmann alias Andy McSean muss sich am 31. Januar gegen fünf Konkurrenten in der Kreuzlinger Bodensee Arena behaupten. (Bild: Thomas Huf)

Sie haben sich für die ESC-Finalsendung qualifiziert. Singt Andy McSean womöglich als nächstes für die Schweiz in Wien?
Wer weiss? Da wäre natürlich grandios. Jetzt, da wir uns für das Schweizer Finale in Kreuzlingen qualifiziert haben, scheint Wien gar nicht mehr so fern, wie auch schon.

Unter 18 Kandidaten haben Sie es unter die sechs Finalisten geschafft. Wie hoch war Ihr Freudensprung auf einer Skala von 1 bis 10?
11! Ich war gerade zu Hause angekommen, als das Telefon klingelte. Meine Anspannung der letzten Tage hat sich danach praktisch in Luft aufgelöst. Dass unsere Anstrengungen so belohnt werden, ist toll.

Am 31. Januar gilt es in der Kreuzlinger Bodensee-Arena ernst. Standen Sie schon jemals auf so einer grossen Bühne?
Ich stand schon auf grösseren Bühnen, weiss auch, wie es ist, vor TV-Kameras zu singen. Aber so einen grossen Auftritt wie in Kreuzlingen hatte ich bis anhin noch nicht. Für mich spielt die Grösse aber keine Rolle, Hauptsache ich fühle mich wohl auf der Bühne.

In Wien singen die Kandidaten vor einem Millionen-Publikum. Welcher Unterschied besteht für einen Künstler, wenn er vor einem grossen respektive kleinen Publikum singt?
Als Künstler geniesst man den Auftritt anders. Es sind zwei Welten. Je kleiner die Bühne, desto intimer der Moment. Auf einer grossen Bühne kann man eher klotzen und eine grössere Show abliefern. Wichtiger als die Frage, ob viel oder wenig Publikum, ist es, sich selber stets treu zu bleiben. Wenn man sich auf der Bühne wohl fühlt und Spass hat, färbt das auch auf das Publikum ab.

Wie kam es, dass Sie sich für den Wettbewerb angemeldet haben?
Ich wollte sehen, wo ich stehe. Wenn man regional irgendwann einmal bekannt ist, packt einen der Ehrgeiz, auch in anderen Ecken der Schweiz ein Gesicht zu bekommen. Daher sehe ich den ESC nicht als Casting-Sendung, auf welcher man sich wie auf dem Präsentierteller serviert, sondern eher als Wettbewerb für Songwriter. Hier bewirbt sich jeder als "fertiger" Künstler. Man wird also nicht noch nach Gusto verformt, sondern präsentiert sein eigene Musik, seinen eigenen Stil, sich selber als eigene Marke.

Das klingt ehrgeizig. Wie hoch rechnen Sie sich nun Ihre Chancen für die Finalsendung aus?
Ich würde sagen 1: 6. Nein ehrlich, ich denke, dass wir sechs qualitativ alle auf dem gleichen Level sind. Ich werde mein Bestmöglichstes abrufen. Wenn die Musik gefällt und viele für uns anrufen, umso besser. Schlussendlich entscheidet aber die subjektive Wahl der Zuschauer den Gewinner. Ich bin gespannt.

Andy McSean – wie kommt ein Sänger zu diesem Künstlernamen?
Meine Mutter wollte mich Andy taufen. Früher war das leider nicht möglich, so bekam ich den Namen Andreas. Andy also ihr zuliebe. McSean ist meiner Liebe zu Grossbritannien und Irland zu verdanken. In Irland werden Nachnamen vom Vornamen des Vaters abgeleitet, davor wird ein Mc angehängt. Mein Vater heisst Hans, ins Irische übersetzt Sean, so entstand McSean. Andy McSean.

Bei Ihrem Anblick denken die meisten an einen Vollblut-Rocker. Sind Sie einer?
Da sind Sie nicht die einzige (lacht). Wegen meiner Tattoos denken viele gleich an einen knallharte Klischee-Rocker. Privat höre ich zwar gerne Rock, aber auch Pop ist mir nicht fremd. Da meine Mutter ein grosser Radio-Fan ist, lief dieser ständig bei uns zu Hause. Ich mag also beiden Musikrichtungen. Dies habe ich versucht in meiner Musik zu vereinen.

Wie passt dieser Mix zusammen?
Für mich besteht kein Widerspruch darin, Pop mit Rock zu vermischen. Ich habe gemerkt, dass mir diese Mischung liegt. Einige Bekannten fragten schon, ob ich das aus reinem Kalkül mache. Wegen meines Äusseren rechne ich mit derartigen Aussagen. Dennoch ist dem nicht so. Extra mache ich das nicht. Für mich macht es Sinn und wie es scheint, gefällt es den Leuten.

Wie bereiten Sie sich nun für den Auftritt in Kreuzlingen vor?
Ich versuche mich nicht allzu stark zu verkrampfen. Wir spielen jetzt noch einige kleinere Konzerte in der Region. Für mich und die Band eine gelungene Ablenkung. Ich freue mich aber auch extrem auf die Proben vor Ort und vor der Kamera. Aus all dem versuche ich das Positive mitzunehmen und geniesse jede Bestätigung unseres harten Eifers.

Und wie animiert Andy McSean die Zuschauer am 31. Januar, für ihn zu stimmen?
Hmm schwierig, vielleicht: "Aus der Region, für die Region?" (lacht). Nein im Ernst, ich hoffe, dass wir ein "Wir"-Gefühl erzeugen können. Kreuzlingen liegt ja sozusagen um die Ecke, als St.Galler erfüllt es mich mit Stolz, die Ostschweiz in der eigenen Region zu vertreten. Mal sehen, wie gut mir das gelingt.

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