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«Ich war für beide Mannschaften»

Für Ewa Roman aus Wittenbach konnte das EM-Achtelfinale vom Samstag nur gut herauskommen. Sie drückte beiden Mannschaften – der Schweiz und Polen – die Daumen.
Christina Weder
Ewa Roman, 47 Mutter und Spitex-Pflegerin (Bild: pd)

Ewa Roman, 47 Mutter und Spitex-Pflegerin (Bild: pd)

Für Ewa Roman aus Wittenbach konnte das EM-Achtelfinale vom Samstag nur gut herauskommen. Sie drückte beiden Mannschaften – der Schweiz und Polen – die Daumen.

Die 47-Jährige hat unterdessen länger in der Schweiz gewohnt als in Polen. Sie spricht fliessend Schweizerdeutsch. «Nur wenn ich mich aufrege, wird mein polnischer Akzent stärker», sagt sie.

Aufgewachsen ist Ewa Roman in einer Arbeitersiedlung in der Nähe von Katowice, einer grossen Industriestadt im Süden Polens mit Bergwerken und Kohlengruben. Hier hat sie als Zeichenlehrerin gearbeitet und ihren Mann kennengelernt, der Ende der 1980er-Jahre in Polen in den Ferien weilte – zu einer Zeit, als man noch ein Visum brauchte.

Vor 26 Jahren folgte sie ihm in die Schweiz. Mit der Zeit hat sie die Berge lieben gelernt, von denen sie sich anfangs eingeengt fühlte. «Heute gehe ich gerne wandern, auch wenn das die Polen gar nicht gerne tun.» Die hätten kein Verständnis dafür, was so toll daran sei, von A nach B zu laufen. Lieber würden sie feiern und tanzen. Diese Leidenschaft fürs Tanzen hat sich Ewa Roman bewahrt. Sie hat den Tango für sich entdeckt und lernt gern über den Tanz andere Kulturen kennen.

Die Schweiz sei nun ihre Heimat, sagt Ewa Roman. Sie hat mit ihrem Mann fünf Kinder im Alter zwischen 14 und 25 Jahren und arbeitet als Pflegerin bei der Spitex. Nur manchmal plagt sie das Heimweh nach Polen. Dann kocht sie «Pierogi», polnische Maultaschen. Und zu Weihnachten gibt es traditionell Karpfen statt Fondue Chinoise. Sonst kommt eher Mittelmeerküche auf den Tisch. Denn die Polnische Küche sei zeitaufwendig und üppig. «Man steht drei Stunden in der Küche, und nach einer Viertelstunde ist alles aufgegessen.»

Lange kannte Roman keine anderen Polen in der Region St. Gallen. Doch vor fünf Jahren gründete ihre zweitälteste Tochter im Rahmen ihrer Maturaarbeit die schweizerisch-polnische Vereinigung Ostschweiz. Seither ist Ewa Roman im Vorstand tätig. «Es ist schön, wieder einmal polnisch zu sprechen.»

Bild: Christina Weder

Bild: Christina Weder

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