«Ich verstehe die Taxifahrer»

Wenn das Taxi einen nicht mitnimmt, weil die Strecke zu kurz ist und nicht rentiert, ist das ärgerlich. Passanten zeigen dennoch Verständnis und kennen kreative Lösungen – wie ein Shuttle- oder ein Zonen-Taxi.

Text: Elina Grünert Bilder: Evelyn Haydon
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Bild: Norbert Löpfe (89) Pensionär, St. Gallen

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Einerseits ist es per Definition die Pflicht der Taxifahrer Personen von A nach B zu befördern. Deshalb ist es nicht akzeptabel, wenn sie Passagiere stehen lassen. Andererseits verstehe ich auch, wenn sie sich weigern, Kurzstrecken zu fahren. Ich habe mit vielen Fahrern diskutiert und für sie lohnt sich das einfach nicht. Das Argument der Finanzierung wiegt oft schwerer als das der Beförderungspflicht. Damit solche Situationen nicht entstehen, muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter klare Anweisungen geben. Aber es sollen auf keinen Fall mehr Gesetze gemacht werden.

Ich wollte neulich nach Rotmonten mit dem Taxi, doch mehrere Taxifahrer haben die Strecke abgelehnt, weil sie zu kurz sei. Manchmal wollen die Fahrer auch nicht an eine bestimmte Adresse kommen, weil der Weg dahin zu lang ist. Und wenn sie trotzdem kommen, dann muss man einen Aufpreis zahlen, was ich natürlich auch nicht möchte. Ich verstehe die Taxifahrer, aber es ist trotzdem ziemlich mühsam. Zudem sagt das Gesetz, dass grundsätzlich alle mitgenommen werden müssen. Alle sollten die gleiche Chance haben, ein Taxi zu bekommen, egal wie lang die Fahrstrecke ist.

Meine Tochter hatte gerade letzte Woche dieses Problem. Erst das ungefähr vierte Taxi nahm sie dann mit. Das ist einfach nicht in Ordnung. Schliesslich müssen dann junge Frauen nachts alleine nach Hause gehen, nur weil den Taxifahrern die Strecke zu kurz ist.

Ich kenne dieses Problem nicht, aber klar, natürlich ist so etwas mühsam. Eine Idee wäre zum Beispiel ein Sammeltaxi. Dieses würde eine mehr oder weniger festgelegte Runde fahren. Jeder zahlt dann fünf Franken und der Taxifahrer lässt einen unterwegs aussteigen. Ich stelle mir einen Taxi-Shuttlebus vor, so würden die kurzen Strecken auch mehr rentieren.

Die Beförderungspflicht finde ich eigentlich richtig. Aber die Taxifahrer müssen ihr Geld schon hart verdienen, da verstehe ich es, wenn man nicht jede Strecke fährt. Die Beförderungspflicht ist notwendig, jedoch braucht es auch einen Ermessensspielraum, in dem die Taxifahrer selbst abwägen und entscheiden können.

Bis jetzt wurde ich immer mitgenommen, aber für kurze Strecken oder zu Stosszeiten während des St. Galler Festes versuche ich gar nicht erst ein Taxi zu bekommen. Wenn die Taxifahrer kurze Strecken nicht fahren wollen, dann sollten sie zur B-Lizenz wechseln. Dann müssen sie auch niemanden mehr mitnehmen.

Meine Mutter besass früher ein Taxigeschäft und die ganze Situation ist schon sehr kompliziert. Oft ist die Zentrale hilflos, weil die Taxifahrer nur das machen, was sie wollen. Auf der einen Seite möchte jeder schnellstmöglich nach Hause kommen, andererseits müssen die Taxifahrer auch ihren Lebensunterhalt finanzieren.

Ich verstehe die Taxifahrer, denn für sie rentieren Kurzstrecken wirklich nicht. Aber wenn sie einen nicht mitnehmen, sollte man sie melden und am besten ein anderes Taxi rufen. Gerade für ältere oder gehbehinderte Personen ist es unglaublich schwierig, wenn sie sich nicht auf die Taxis verlassen können.

Ich bin so gut wie nie mit dem Taxi unterwegs, deshalb kenne ich das Problem nicht. Wieso die Taxifahrer die Kurzstrecken nicht fahren, verstehe ich nicht wirklich, dafür wurde extra die Grundpauschale eingeführt. Nichtsdestotrotz reklamieren wir hier auf sehr hohem Niveau, denn die Taxifahrer haben wirklich keine einfache Arbeit.

Ich finde das absolut nicht in Ordnung. Wenn so etwas passiert, sollte man diesen Taxifahrern fristlos künden. Ich bin dafür, dass man eine Zone einführt wie in Buchs, wo die Fahrten innerhalb der Zone zehn Franken kostet. Das würde vieles vereinfachen.

Bild: Norbert Löpfe (89) Pensionär, St. Gallen

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