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«Ich kann gut loslassen»

Nach acht Jahren an der Spitze der Schuldirektion legt Barbara Eberhard ihr Amt nieder. Die Stadträtin schaut mit «guten Gefühlen» zurück. Und spricht über Momente, in denen sie daran dachte, den Bettel hinzuwerfen.
Malolo Kessler
Am zweitletzten Arbeitstag: Schuldirektorin Barbara Eberhard in ihrem Büro. (Bild: Ralph Ribi)

Am zweitletzten Arbeitstag: Schuldirektorin Barbara Eberhard in ihrem Büro. (Bild: Ralph Ribi)

Bloss ein einziges Bild hängt noch da. Sonst sind die weissen Wände kahl. Im Regal stehen ein paar Ordner, wenige Bücher. Während fast einer Woche hat Barbara Eberhard ihr Büro an der Neugasse ausgeräumt, auch über die Festtage. Und fast alles hat die Stadträtin entsorgt. «Ich kann gut loslassen», sagt sie am Tag, bevor sie ihr Amt offiziell abgibt. «So werden die Hände frei für Neues.» Loslassen muss die 67-Jährige einiges: Während zweier Legislaturen war sie Vorsteherin der Direktion Schule und Sport, Chefin von gut 1400 Mitarbeitern.

Happige erste Jahre

Die ersten beiden Jahre nach ihrem Amtsantritt 2005 seien «happig» gewesen. 50 verschiedene Projekte standen gleich zu Beginn an. Darunter die Einführung einer neuen Schulorganisation. Das Parlament hatte grossmehrheitlich zugestimmt, das Volk sagte 2006 nach einem heftigen und emotionalen Abstimmungskampf knapp Ja. Barbara Eberhard hatte in dieser Zeit allerdings mit grossem Widerstand zu kämpfen. Mit jenem des Schulrates und mit jenem des Lehrerverbandes. Hinzu kam Kritik aus den Medien. «Natürlich hätte ich mir damals gewünscht, dass es <ringer> ginge», sagt sie.

Vor der damaligen Volksabstimmung habe es Momente gegeben, in denen sie daran gedacht habe, im Falle eines Neins «den Bettel hinzuwerfen». «Aber ich musste da einfach durch. <Gring abe u seckle.>» Ihre Ausbildung zur Psychiaterin habe ihr dabei geholfen, die Kritik nicht allzu persönlich zu nehmen. «Wobei man Kritik ja immer irgendwie persönlich nimmt.» Und die Reibungen mit dem Lehrerverband hätten schliesslich auch das gegenseitige Verständnis gefördert.

Nicht nur Schwache fördern

Nun könne sie sagen: «Doch, der Einsatz hat sich gelohnt.» Die neue Schulorganisation funktioniere tadellos. «Wir sind schweizweit Vorbild, das macht mich stolz.» Sowieso schaue sie mit «ganz guten Gefühlen» zurück. Zu ihren Erfolgen zählt sie auch die Einführung des integrativen Einschulungsmodells «Kids». Und die Lernateliers zur Förderung von besonders begabten Kindern. «Mir war es wichtig, dass nicht nur die schwachen Kinder gefördert werden, sondern auch die starken.» Im Bereich der ausserschulischen Betreuungsangebote sowie in der Arbeit mit Kindern im Jugendsekretariat habe sie mit ihrer Direktion ebenfalls «riesige Schritte» nach vorne machen können. In ihren acht Jahren als Stadträtin hat Barbara Eberhard, deren Lieblingsfach in der Schule Mathematik war, etliche Stunden in Schulzimmern verbracht. «Es war faszinierend zu sehen, wie sich die Schule vor den eigenen Augen verändert.»

«Ein kleineres Debakel»

Die scheidende Stadträtin, eine passionierte Gärtnerin, bilanziert, ohne blumige Worte zu gebrauchen. Und sie nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Insbesondere, wenn es um Kritik an der kantonalen Bildungspolitik geht. Immer wieder setzte sich Barbara Eberhard im Kantonsrat für Reformen ein, so auch für die Oberstufe. Vergeblich. «Dass der Kanton diesbezüglich keinen Schritt weiterkommt, ist für mich ein kleineres Debakel.»

Begegnungen am Kinderfest

Was bleibt nach den acht Jahren, seien vor allem Erinnerungen an schöne Momente. An die drei Kinderfeste etwa, an «unzählige spannende Begegnungen». Und was kommt nach den acht Jahren? «Nichts», sagt Barbara Eberhard. Schweigt, lacht dann. «Nein: Ich freue mich auf die Freiheit.» Sie will wieder Klavierstunden nehmen, vielleicht Segeln lernen, eine monatelange Wanderung unter die Füsse nehmen. Und sie wird bald ein weiteres Mal Grossmutter. Es gebe sicher auch Augenblicke, in denen sie die Wehmut packen werde. Momente, in denen sie in ein Loch fallen könnte. Aber sie habe bis anhin so viel Gutes erlebt, sagt Eberhard dann. «Da kann jetzt nicht plötzlich nichts Gutes mehr kommen.»

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