«Ich hoffe auf viele Schweizer»

RORSCHACH. Seit fünf Jahren ist Kosovo unabhängig. Drita Krasniqi veranstaltet deshalb an diesem Sonntag ein Fest im Stadthof Rorschach. Sie hofft auf viele Gäste – vor allem auch Schweizer. Geben wird's Gedichte, Musik und Kulinarisches.

Samuel Rothenfluh
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Drita Krasniqi setzt sich für den kulturellen Austausch zwischen Kosovaren und Schweizern ein (Bild: Samuel Rothenfluh)

Drita Krasniqi setzt sich für den kulturellen Austausch zwischen Kosovaren und Schweizern ein (Bild: Samuel Rothenfluh)

Mit ihrer freundlichen, charmanten Art, und ihrem einwandfreiem Deutsch, ist Drita Krasniqi die perfekte Botschafterin für ihre kosovarischen Landesgenossen. Sie ist 38 Jahre alt, gebürtige Kosovarin, und lebt seit 1989 in der Schweiz, wo sie sich gut eingelebt hat und sich wohl fühlt. Nun lädt sie alle Bewohner der Region Rorschach zu einem Fest ein. Anlass dafür ist die Tatsache, dass Kosovo vor fünf Jahren unabhängig geworden ist. Das Fest vom kommenden Sonntag im Stadthofsaal beginnt um 14 Uhr. «Es sind alle herzlich eingeladen, und ich würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele Schweizer kämen», sagt Drita Krasniqi.

Nicht selbstverständlich

Doch das Fest findet nicht nur wegen des Unabhängigkeitstages statt. Denn das Motto des Anlasses lautet: «Danke Schweiz». Für Drita Krasniqi ist es nicht selbstverständlich, dass sich die Schweiz so stark für die Integration und den gegenseitigen Kulturaustausch einsetzt. «Ich sage der Schweiz für alles danke. Die Schweizer machen hier sehr viel für die Ausländer und deren Integration.» Sie habe auch an viele umliegende Schulen, an Bekannte und Verwandte Flyer verteilt. «Mir ist es ein Anliegen, dass Schweizer und Kosovaren sich besser kennenlernen.»

Auf die Frage, wie es denn hier in Rorschach um den Kulturaustausch zwischen Kosovaren und Schweizern bestellt sei, sagt Drita Krasniqi: «In Rorschach ist die Integration der Ausländer gewährleistet. Auch ist die Vernetzung unter Kosovaren hier sehr gut. St. Gallen hätte da noch ein wenig Nachholbedarf. Aber vielleicht hat sich die Situation in St. Gallen zwischenzeitlich verbessert.» Denn Drita Krasniqi wohnt seit zehn Jahren in Rorschach. Zuvor wohnte sie in St. Gallen. Hat sie noch viel Kontakt zu ihren Verwandten in Kosovo? Sie habe regelmässigen Kontakt zu ihren Verwandten. In den Ferien reist sie bei Gelegenheit in ihre Heimat. Was bedeutet der Unabhängigkeitstag für Drita Krasniqi? «Natürlich viel. Dieser Tag gibt natürlich Anlass, ein Fest zu veranstalten. Aber das Fest werde nicht hauptsächlich wegen der kosovarischen Unabhängigkeit durchgeführt. Mein Hauptanliegen ist es, das Zusammenkommen von Schweizern und Kosovaren zu fördern.»

Musik und Kulinarisches

Es ist nicht das erste Fest, das von Drita Krasniqi organisiert wird. Vor einigen Jahren organisierte sie anlässlich des internationalen Frauentags eine Veranstaltung in St. Gallen. Warum organisiert sie solche Anlässe? «Ich setze mich gerne für die Gemeinschaft ein», sagt Krasniqi weiter.

Das Fest bietet Gedichte, Musik und Kulinarisches. Die albanischen Gedichte werden von einer kosovo-albanischen Schulklasse vorgetragen. Viele kosovarische Gäste werden selbstgemachte Speisen und Spezialitäten mitbringen. Ausserdem tritt der Chor der albanisch-kosovarischen Musikschule «Jehona» auf. Der Chor wird geleitet von Mitorganisator Murat Avdiu. Zum Schluss wird Musik gespielt und getanzt. Neben kosovarischen Volksliedern, werden auch Pop- und Rocklieder und sogar zwei Schweizer Lieder im Programm sein.