«Ich habe keine Leichen im Keller»

Die Schlammschlacht ist eröffnet: Die SVP bringt eine Vorlage aus dem Stadtparlament ins Gespräch, die dem parteilosen Stadtratskandidaten und Architekten Markus Buschor schaden soll. Dieser wehrt ab: Die Vorwürfe seien frei erfunden.

Odilia Hiller
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Markus Buschor (parteilos). (Bild: Hanspeter Schiess)

Markus Buschor (parteilos). (Bild: Hanspeter Schiess)

Er sei überrascht, dass diese Sache erst jetzt aufs Tapet kommt, sagt Stadtratskandidat Markus Buschor als Reaktion auf die Vorwürfe seitens der SVP. Gestern hat diese an ihrer Medienkonferenz jene Zeilen aus der Feder der Stadtverwaltung verteilt, welche Buschors mangelnde Fähigkeiten als Architekt und Planer belegen sollen: Der Parteilose soll massgeblich dafür verantwortlich sein, dass das Stadtparlament am 27. September 2011 – fünf Jahre nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Sportanlage Krontal (Paul-Grüninger-Stadion) – einen zweiten Zusatzkredit in der Höhe von 437 000 Franken genehmigen musste.

Markus Buschor war als leitender Architekt einer der Hauptverantwortlichen für die Komplettsanierung der Anlagen. Er wird in der Vorlage explizit beschuldigt, für gewisse Mehrauslagen im Zusammenhang mit dem Projekt direkt verantwortlich zu sein. Ferner wird ihm vorgeworfen, über Kostenüberschreitungen nicht ausreichend informiert zu haben.

Eine Klage in Betracht gezogen

«Ich hatte damit gerechnet, dass jemand diese Vorlage ausgräbt, um mir zu schaden», sagte Buschor gestern. Er sei froh, dass dies nun zur Sprache komme, denn nun erhalte er die Gelegenheit, einiges richtigzustellen. «Ich habe keine Leichen im Keller. Weder die gegen mich erhobenen Vorwürfe noch die in der Vorlage genannten Begründungen sind korrekt», hält der Architekt fest.

Er habe vor rund einem Jahr, als er Kenntnis von der Vorlage und den darin gegen ihn erhobenen Vorwürfen erhalten hatte, eine Klage wegen Ehrverletzung und Rufschädigung in Betracht gezogen. Obwohl er am Schluss, auch um ein «Theater» zu vermeiden, davon abgesehen habe, sei die Angelegenheit für ihn alles andere als folgenlos geblieben: «Die Erfahrungen, die ich mit der Bauverwaltung im Verlauf unserer Zusammenarbeit machen musste, sind einer der Gründe, weshalb ich heute als Stadtrat kandidiere», sagt Buschor. «Extrem schwierig» sei die Zusammenarbeit gewesen, zumal das Hochbauamt seine schon vor Baubeginn einsetzenden Warnungen über die Kostenentwicklung des Projekts regelmässig ignoriert habe.

Dafür gebe es schriftliche Belege, sagt Buschor. Bereits die Vorlage für den Baukredit an das Stadtparlament habe 314 000 Franken unter seinem gemachten Kostenvoranschlag gelegen. Sein einziger Fehler sei gewesen, dass er den «jeweiligen Stadtbaumeistern vertraut habe und nicht von Anfang an das Gespräch mit Baudirektorin Elisabeth Beéry gesucht» habe. «Ich bin jemand, der für Fehler die Verantwortung übernimmt. Aber nur für solche, die ich auch begangen habe.»

«Jeder Absatz ist falsch»

Für ihn sei die Sanierung der Sportanlage nach wie vor eine finanzielle Punktlandung: «Es wurde genauso teuer, wie wir von Anfang an gesagt hatten.» In der Vorlage zum zweiten Zusatzkredit sei «jeder Absatz falsch» oder erfunden. Zum Vorgehen der SVP sagt Buschor: «Mich beunruhigt lediglich, dass bei uns so politisiert wird.» Persönlich habe ihn die wiederholte Kritik jener Seite nie berührt, da sie jedes Mal so offensichtlich «an den Haaren herbeigezogen» sei.

Buschor hatte am Sonntag von den sechs neu Kandidierenden für den Stadtrat das drittbeste Wahlresultat erzielt. Am Montag gab er bekannt, im zweiten Wahlgang nochmals anzutreten.