«Ich gebe nicht auf»

GOLDACH. Vor zehn Jahren nahm Jesse Brown an der Castingshow «Music Star» teil. Heute tritt der 26-Jährige in Clubs auf. An der Tagblatt-Weihnachtsshow singt er wieder auf einer Bühne.

Perrine Woodtli
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In den vergangenen Jahren wurde es ruhig um Jesse Brown. So ruhig, dass sein Name nicht mehr vielen etwas sagt. Zur Auffrischung: Der Goldacher nahm 2004/2005 an der Casting-show «Music Star» teil. Für den Sieg reichte es nicht ganz – der damals 16-Jährige belegte den fünften Platz. Nun gibt er sein Comeback auf der Bühne an der Tagblatt-Weihnachtsshow unter der Leitung von Beat Antenen. Vom 27. bis 30. November zeigen Künstler aus der Ostschweiz in «Merry Christmas» ihr Bestes.

Zuerst Kinder statt Karriere

Jesse Brown selbst will jedoch nicht von einem Comeback sprechen. «Ich bin ja nie ganz von der Bildfläche verschwunden. Bloss weil ich nicht mehr so präsent in den Medien bin, bedeutet dies noch lange nicht, dass ich nicht an meiner Musikkarriere arbeite», sagt Brown. Seit einem Jahr ist er mit seinem langjährigen Freund DJ Kevin Fassbind als Duo unterwegs. «Viele denken fälschlicherweise, dass ich nun DJ bin. Das stimmt aber nicht. Ich bin der MC von Kevin, sprich, ich heize die Leute in den Clubs zum Feiern an.» Trotz Auftritten in Nachtclubs haben sich seine Ziele leicht verändert. Der 26-Jährige hat sich mit seiner Freundin Laura verlobt. «Durch die Verlobung mach ich mir jetzt ganz andere Gedanken. Heiraten ist ein Thema, und der Wunsch, eine Familie zu gründen, wird immer grösser.»

Dass er momentan vorwiegend in der Clubszene unterwegs ist, sieht er nicht als Nachteil für seine Gesangskarriere. «Ich bin ein vielfältiger Musiker und offen für anderes», sagt Brown und ergänzt: «Es ist aber ein wunderschönes Gefühl, an der Weihnachtsshow wieder auf einer grösseren Bühne zu stehen und zu singen.» Er sagte natürlich sofort zu, als Beat Antenen ihn anfragte. «Die anderen Künstler sind alle top, und wir bilden ein tolles Team.»

Das Ziel klar vor Augen

Die Weihnachtsshow ist momentan das grösste Projekt von Brown. «Ich werde nebst den Clubauftritten ab und zu für private Anlässe wie Hochzeiten gebucht.» Nach «Music Star» hatte Brown zahlreiche Konzerte, war bekannt. «Irgendwann landete ich auf dem Boden der Realität und merkte, wie hart das Business wirklich ist», sagt Brown. «Ich wurde faul und setzte meine Prioritäten anders.» Vor zwei Jahren sei er aufgewacht. «Ich hatte meinen Traum wieder klar vor Augen.» Derzeit stehe etwas in Planung. Was genau das ist, verrät er nicht – noch nicht. «Wenn es klappt, werden es die Leute schon erfahren», sagt Brown und schmunzelt.

Alles richtig gemacht

Seit der Teilnahme an «Music Star» sind rund zehn Jahre vergangen und mit der Zeit auch sein Leben als Prominenter. «Auf der Strasse werde ich selten erkannt. In Goldach aber kennen mich die Leute und einigen sagt der Name Jesse Brown noch etwas. Das finde ich schön und zeigt mir, dass ich damals vieles richtig gemacht habe.» Dass er den Stempel «Music Star» trage, störe ihn nicht, sondern mache ihn stolz. Er werde immer «der von <Music Star>» sein. In den Jahren habe sich vieles geändert. Eines blieb jedoch bis heute gleich. «Mein Traum ist es nach wie vor, eines Tages von der Musik leben zu können. Ich weiss nicht, wann das sein wird, aber ich gebe nicht auf.»

Nach der Teilnahme bei Music Star 2005 (r.) ist Jesse Brown von der Bildfläche verschwunden. Den Traum von einer Musikkarriere verfolgt er weiter. (Bild: Perrine Woodtli/pd)

Nach der Teilnahme bei Music Star 2005 (r.) ist Jesse Brown von der Bildfläche verschwunden. Den Traum von einer Musikkarriere verfolgt er weiter. (Bild: Perrine Woodtli/pd)