«Ich empfinde das Vorgehen der Stadt als Hohn»

Nachgefragt

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Das Schulhaus Tschudiwies schliesst per Ende Schuljahr. Ab dann werden die Schüler im sanierten und ausgebauten Primarschulhaus St. Leonhard unterrichtet. Der Entscheid stösst im Quartier auf Unverständnis und Empörung. Alfred Mallepell, Präsident des Quartiervereins Tschudiwies-Centrum, hat die Hoffnung, das Schulhaus doch noch retten zu können, noch nicht aufgegeben.

Sie haben eine Petition zur Rettung des Schulhauses lanciert. Wie viele Unterschriften haben Sie gesammelt?

Über 1000. Seit dem Infoabend von letztem Donnerstag, an dem der Entscheid kommuniziert wurde, sind nochmals viele dazugekommen. Dass der Schulbetrieb im Tschudiwies erhalten bleibt, ist für die Quartierbewohner sehr wichtig.

Das Schulhaus erhalten zu können, dürfte schwierig werden. Wären Sie auch zu einem Kompromiss bereit?

Natürlich. Wir halten es für eine gangbare Lösung, die Unterstufe im Quartierschulhaus zu lassen und die Mittelstufe ins Schulhaus St. Leonhard auszulagern. Es gibt aber keinen Grund, alle Schüler auf einmal ins St. Leonhard zu schicken.

Das Stimmvolk hat dem Ausbau des Schulhauses St. Leonhard 2014 aber deutlich zugestimmt.

Ja, aber aus der Vorlage ging damals nicht hervor, dass das Tschudiwies geschlossen würde. Wäre das der Fall gewesen, hätten wir die Vorlage versenkt.

Sie haben am Infoanlass durchblicken lassen, dass das Quartier übergangen wurde. Wie meinen Sie das?

Die Stadt muss gemäss Partizi­pationsreglement bei wichtigen Entscheidungen das Gespräch mit dem Quartierverein suchen. Die Stadt ist aber nie auf uns zugekommen.

Schuldirektor Markus Buschor hat Ihnen nun aber angeboten, die Anschlussnutzung der Räume im Schulhaus mitzubestimmen.

Ich empfinde das als Hohn. Wir wollen den Schulbetrieb erhalten und nicht erst dann mitreden, wenn der Entscheid bereits gefallen ist. Buschor hat diese Woche ausserdem gesagt, dass die Schülerzahlen bis 2022 wieder steigen. Was soll das? (ghi)