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«Ich bin weder Fisch noch Vogel»

Vor über 30 Jahren kam Vlad Ilies mutterseelenalleine mit dem Flugzeug aus dem rumänischen Oradea in die Schweiz. Der dreijährige Knirps wurde allerdings von einer Stewardess betreut und in Zürich von den Eltern abgeholt. Diese waren bereits etwas früher in die Ostschweiz ausgewandert.
Kathrin Reimann
Vlad Ilies Betriebsökonom, Rumäne (Bild: pd)

Vlad Ilies Betriebsökonom, Rumäne (Bild: pd)

Vor über 30 Jahren kam Vlad Ilies mutterseelenalleine mit dem Flugzeug aus dem rumänischen Oradea in die Schweiz. Der dreijährige Knirps wurde allerdings von einer Stewardess betreut und in Zürich von den Eltern abgeholt. Diese waren bereits etwas früher in die Ostschweiz ausgewandert. «Das war noch vor 1989 und zu Zeiten des Kommunismus konnte man nicht einfach ein- und ausreisen, wie es einem gefiel», sagt Ilies. Seither lebt der 34jährige Betriebsökonom in St. Gallen, hat hier die Schule besucht, ein Studium absolviert und sich einen «bunt durchmischten Freundeskreis» aufgebaut. Andere Landsleute kennt er, abgesehen von seinen Eltern, aber nicht. «Wegen der Sprache ziehen Rumänen eher ins Tessin oder ins Welschland.»

Unregelmässig verbringt auch er seine Ferien in Rumänien und besucht Verwandte: «Mir gefällt die Natur und dass es wilde Tiere gibt.» Ob er sich selber eher als Schweizer oder als Rumäne sieht, diese Frage ist für Ilies nicht leicht zu beantworten: «Ich bin weder Fisch noch Vogel.» Denn geboren sei er einerseits in Rumänien, spreche die Sprache und habe auch die Mentalität aufgesogen, andererseits lebe er nun schon über drei Jahrzehnte in der Schweiz. «Ich bin einfach eine gute Mischung, die beide Länder im Herzen trägt.» Dementsprechend kann er sich heute abend auch nicht für eine Mannschaft entscheiden: «Das ist brutal schwierig. Ich freue mich einfach auf ein gutes Spiel und bin mit jedem Resultat happy.» Illies, der sich als absoluter Fussballfreak bezeichnet, fieberte beim Eröffnungsspiel für die Rumänen mit. «Das war lustig; mit Freunden schaute ich das Spiel in der Stadt, wo fast alle für Frankreich waren.» Als die anderen mitbekamen, dass Illies aus Rumänien kommt, klatschten sie nach dem «rumänischen Topf» auch mit ihm ab. Und falls die Schweiz und Rumänien demnächst nicht mehr im Spiel um den Europa-Meister-Titel sein sollten, bleibt Illies immer noch eine weitere Mannschaft, denen er die Daumen drücken kann: «Mir gefällt auch das Spiel der Spanier gut.»

Bild: Kathrin Reimann

Bild: Kathrin Reimann

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