I love St. Gallen

Klar: Beliebte Metropolen brauchen ein eigenes T-Shirt.

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Für Touristen und Patrioten: St. Galler Cityshirts für Frau und Mann. (Bild: Katja Fässler)

Für Touristen und Patrioten: St. Galler Cityshirts für Frau und Mann. (Bild: Katja Fässler)

Klar: Beliebte Metropolen brauchen ein eigenes T-Shirt. Einheimische, aber vor allem Touristen führen dieses mit geschwollener Brust aus, um zu zeigen: Ich war da oder gehöre hierher! Big Apple zum Beispiel: Ohne das «I love New York»-T-Shirt in der Tasche kehrt kaum einer aus der Weltstadt zurück. Nun hat auch St. Gallen ein solches Stadt-Shirt. Es hatte gestern im Historischen und Völkerkundemuseum Premiere. Die Geschichtswissenschafterin Anne Geelhaar hat es entworfen.

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Frau und Mann haben die Wahl zwischen Marineblau und Weiss. Links oben auf dem Shirt sind der Bodensee und die Stadt-Koordinaten, rechts das Bischofswappen mit dem St. Galler Bären aufgestickt. Darunter steht «St. Gallen» und «Since 612», um auf unseren Gründungsmythos, die Ankunft von Gallus im Hochland der Steinach, hinzuweisen. Ein bisschen viel Informationen für Passanten, die all dies im Vorbeigehen verstehen sollen. Das klassische «I love New York» ist schneller gelesen. Ausserdem ist das Big-Apple-Shirt in Chinatown bereits ab fünf Dollar erhältlich. In St. Gallen muss der Fan oder Patriot tiefer in die Tasche greifen: 79 Franken kostet das gute Stück. Da sind sogar die Poloshirts an der HSG günstiger: Ab 44.90 Franken kann man ein solches erstehen. Dafür erhält man aber auch weniger. Nur den Aufdruck «Universität St. Gallen». Vielleicht, weil damit schon alles gesagt ist.

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Und warum eigentlich ein Poloshirt? Dank Tennisspieler und Modeschöpfer René Lacoste erhielt es einst den Ruf eines edlen Freizeit- und Sporttextils. Später wurde es, etwa in der Gastronomie, als Arbeitskleidung getragen. Ob wir uns nun damit uniformieren und am 15. April in Zürich zum Sechseläuten einmarschieren? «Züri iineh» mit Ross und Poloshirt. Das fänden dann wohl sogar die Zürcher Snobs ein wenig overdressed. Zum Schluss würde das gute Stück so doch wieder im Museum landen: zum Gedenken an das historische St. Galler Sechseläuten in Zürich. (kat)

www.cityshirts.ch

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